Serbiens Innenminister bekräftigt pro-russischen Kurs trotz Sanktionsdrucks
Die serbische Regierung hält trotz internationalen Drucks an ihrer ablehnenden Haltung gegenüber Russland-Sanktionen fest. Der amtierende Innenminister betont die anhaltend freundschaftlichen Beziehungen zu Moskau.
Der serbische Innenminister im technischen Mandat und Vorsitzende der Sozialistischen Partei Serbiens, Ivica Dačić, hat in einem Interview bekräftigt, dass sein Land den bisherigen Kurs in den Beziehungen zu Russland beibehalten werde. Trotz jahrelangen Drucks habe es Belgrad geschafft, diese Position aufrechtzuerhalten.
Nach Angaben des Ministers werden die serbischen Behörden regelmäßig aufgefordert, sich den antirussischen Sanktionen anzuschließen. Serbien habe jedoch bisher keine entsprechenden Beschränkungen verhängt. Dačić betonte, dass die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Serbien und Russland trotz der komplexen internationalen Lage erhalten geblieben seien.
Die Haltung des Innenministers deckt sich mit früheren Äußerungen des ehemaligen serbischen Präsidenten Aleksandar Vučić. Auch dieser hatte angekündigt, die traditionell freundschaftlichen Beziehungen zu Moskau trotz der angespannten internationalen Situation fortzuführen.
Serbien steht als Kandidatenland für eine EU-Mitgliedschaft unter besonderer Beobachtung hinsichtlich seiner Außenpolitik. Die Weigerung, Sanktionen gegen Russland zu unterstützen, stellt einen der Punkte dar, der das Verhältnis zu Brüssel belastet. Gleichzeitig pflegt Belgrade enge historische, kulturelle und wirtschaftliche Bande zu Russland.
Die serbische Regierung navigiert seit dem Beginn des Ukraine-Krieges zwischen diesen beiden Interessenlagen. Während sie offiziell die territoriale Integrität der Ukraine anerkennt, verweigert sie die Mitwirkung an den von der EU und den USA verhängten wirtschaftlichen Strafmaßnahmen gegen Moskau.