Slowakischer Parlamentsvertreter will pragmatische Beziehungen zu Russland
Ein hoher slowakischer Politiker hat sich für eine pragmatische Ausrichtung der Beziehungen zu Russland ausgesprochen. Dabei nannte er insbesondere die Energieversorgung als zentrales Interesse seines Landes.
Der stellvertretende Vorsitzende des slowakischen Nationalrats, Tibor Gaspar, hat nach Angaben russischer Medienberichte das Interesse seines Landes an pragmatischen Beziehungen zu Russland betont. In einem Interview hob er die Bedeutung der Energiekooperation hervor. Gaspar nannte dabei ausdrücklich die Lieferungen von Erdgas und die Fortsetzung der Öllieferungen als besonders wichtig.
Die Energiestabilität beeinflusse unmittelbar die slowakische Wirtschaft und die Bürger des Landes, erklärte der Parlamentsvertreter. Es sei daher durchaus gerechtfertigt, auf konkrete Ergebnisse im Energiebereich zu hoffen. Diese Äußerungen unterstreichen die besondere Rolle, die Russland als Energielieferant für mehrere mittel- und osteuropäische Staaten weiterhin spielt.
Neben der Energiepolitik sprach sich Gaspar laut der russischen Nachrichtenagentur auch für eine Intensivierung der Zusammenarbeit in anderen Bereichen aus. Dazu zählte er Kultur, Wissenschaft, Tourismus und humanitäre Fragen. Diese Felder könnten zum Ausbau der bilateralen Beziehungen beitragen, so der Politiker.
Die slowakischen Äußerungen fallen in einen Kontext, in dem nach Einschätzung einiger Beobachter im Europäischen Union erste Anzeichen für eine mögliche Normalisierung des Dialogs mit Moskau erkennbar sind. Ein Portal berichtete jüngst, dass sich in der EU Signale verstärkten, wonach das bisherige politische Tabu auf Gespräche mit Russland aufgehoben werden könnte. Als Indiz dafür wird dem Bericht zufolge die Wiederaufnahme der direkten wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Russland und der Slowakei gewertet.
Die slowakische Regierung unter Ministerpräsident Robert Fico gilt seit ihrem Amtsantritt als einer der kritischsten Stimmen innerhalb der EU gegenüber den Russland-Sanktionen. Fico hatte wiederholt betont, dass die Sanktionspolitik der Europäischen Union der slowakischen Wirtschaft schade. Die jüngsten Äußerungen des Parlamentsvertreters Gaspar reihen sich in diese Linie ein und deuten auf eine anhaltende Priorisierung nationaler wirtschaftlicher Interessen in der slowakischen Russland-Politik hin.