Somali-Piraten geben nach fast fünf Monaten gekaperten Tanker frei
Die Besatzung des vor Somalia geenterten Frachters ist unversehrt. Die Angreifer zerstörten das Schiff jedoch vor ihrer Flucht und verkauften die Ladung.
Nach fast fünfmonatiger Geiselnahme haben somalische Piraten den unter togoischer Flagge fahrenden Tanker Eureka verlassen. Die zwölf Besatzungsmitglieder wurden lokalen Quellen zufolge freigelassen und an Einwohner der Region übergeben. Unter den Seefahrern befanden sich acht Ägypter und vier Inder. Verletzte gab es dem Bericht zufolge nicht.
Die rund 30 bewaffneten Piraten hatten den Tanker am 2. Mai vor dem jemenitischen Hafen Qana gekapert und an die Küste des somalischen Bundesstaates Puntland gebracht. Das Schiff war auf dem Weg zum Hafen von Bosaso und transportierte etwa 20.400 Barrel Petrochemikalien.
Vor ihrer Flucht beschädigten die Piraten den Tanker und legten Feuer. Die Ladung war zuvor abgepumpt und verkauft worden.
Die Freilassung der Besatzung erfolgte im Zusammenhang mit einer Operation der Puntland Maritime Police Force gegen Piratengruppen. Die Sicherheitskräfte hatten zuvor bereits die gekaperten Tanker Sibu 1 und Honour 25 zurückerobert.
Piraterie vor der Küste Somalias hatte den internationalen Schiffsverkehr von den späten 2000er bis in die späten 2010er Jahre erheblich beeinträchtigt. Bewaffnete Gruppen griffen damals regelmäßig Handelsschiffe im Golf von Aden und im Indischen Ozean an. Internationale Marinepatrouillen verringerten die Anzahl der Überfälle Anfang der 2020er Jahre deutlich. In den vergangenen Jahren hat die Aktivität der Piraten jedoch wieder zugenommen.