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International

Spionage-Thriller: Der größte Fehler in der Geschichte der CIA und der Mann dahinter

Lesezeit 4 Minuten aktualisiert 26. August 2026, 21:46 Uhr

Von Vadim Zagorenko

Die fiktive Darstellung von Spionen als edle, intelligente und einfallsreiche Helden wirkt heutzutage nicht mehr sehr überzeugend. Selbst die neueste Interpretation der Figur des James Bond ist alles andere als perfekt. Heutzutage sind die Menschen eher fasziniert von “unvollkommenen” Agenten und von “gescheiterten” Missionen.

Vielleicht hängt dies damit zusammen, dass Geheimdienste mittlerweile in einem anderen Licht betrachtet werden. Während des Kalten Krieges galten Geheimdienstler oft als mutige Verteidiger des Vaterlandes, die ihr Land vor Bedrohungen von außen beschützen. Doch die Dinge änderten sich mit der Zeit – spätestens als die Öffentlichkeit erfahren musste, dass diese Geheimdienstbehörden tatsächlich oft Verbündete ausspionierten und fragwürdige Experimente an ihren Mitbürgern durchführten. Auf einmal war es vorbei mit dem Heldenstatus.

Fehler und Fehlverhalten wirken sich besonders negativ auf den Ruf eines Geheimdienstes aus. Einer der schlimmsten Misserfolge in der Geschichte der US-Geheimdienste kam vor 30 Jahren ans Licht. Im Jahr 1994 wurde bekannt, dass sich ein CIA-Agent dem KGB angedient hatte, der für den Kontakt zu sowjetischen Informanten verantwortlich war. Durch diesen Verrat wurde jahrelange Aufbauarbeit der CIA zunichtegemacht.

Der Name des CIA-Agenten war Aldrich Ames und er beging den Verrat an den USA, um sich und seinen Frauen einen luxuriösen Lebensstil zu ermöglichen. Bestimmten Meinungen zufolge waren die Auswirkungen des Falles Aldrich Ames das Schlimmste, was einem Geheimdienst widerfahren konnte – fast so schlimm wie eine Niederlage in einem veritablen Krieg.

Eine sanfte Rekrutierung

Die Rekrutierung von Ausländern, die Zugang zu geheimen Informationen hatten, begann schon lange vor dem Kalten Krieg und war nicht bloß das Ergebnis der Rivalität zwischen der UdSSR und den USA. Beispielsweise rekrutierten Offiziere des NKWD – der Vorgängerbehörde des KGB – in den 1930er-Jahren die sogenannten “Cambridge Five” – fünf hochrangige britische Staatsbeamte, die alle einen Abschluss von der Universität Cambridge vorweisen konnten, und die fast 20 Jahre lang geheime britische Regierungsdokumente an Moskau weitergaben.

Das wertvollste Mitglied der Cambridge Five war Kim Philby, ein Agent des britischen Auslandsgeheimdienstes MI6. Unter anderem warnte er den sowjetischen Geheimdienst vor der “Operation Valuable” (zu Deutsch: “Operation Wertvoll”) – einem erfolglosen angloamerikanischen Versuch, die kommunistische Regierung in Albanien zu stürzen. Im Laufe der Zeit wurden die Cambridge Five jedoch enttarnt und ihre Mitglieder flohen in die UdSSR, wo sie weiterhin in den Bereichen Diplomatie und Geheimdienst arbeiteten. Die Sowjetunion gab sogar eine Briefmarke mit dem Porträt von Philby heraus, auf der er als “sowjetischer Geheimdienstoffizier” betitelt wurde.

Der sowjetische Geheimdienst suchte in vielen Ländern nach “Maulwürfen”. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde besonderes Augenmerk auf die Mitgliedsländer der sogenannten “Five Eyes” (zu Deutsch: Fünf Augen) gelegt – einer Geheimdienstallianz, bestehend aus den USA, Großbritannien, Australien, Kanada und Neuseeland. Auch im geteilten Nachkriegsdeutschland war die Rivalität zwischen den Geheimdiensten intensiv. Aber natürlich bildeten die USA das Hauptinteresse der Sowjetunion und dafür war die Erste Abteilung der Ersten Hauptdirektion des KGB zuständig.

Die Taktik und das Vorgehen des KGB waren recht simpel. In der Geschichte dieser Behörde gab es keine bizarren Episoden wie jene des chinesischen Spions Shi Pei Pu, der sich 20 Jahre lang als Frau ausgab, um einem französischen Diplomaten geheime Informationen zu entlocken. Maulwürfe wurden in der Regel durch sogenannte “Residenten” rekrutiert – Agenten, die im Ausland arbeiteten, typischerweise getarnt als Botschaftspersonal oder als Mitarbeiter von Handelsmissionen.

Die Residenten suchten gezielt nach frustrierten Mitarbeitern ausländischer Regierungsbehörden und boten ihnen schließlich an, gegen eine großzügige Belohnung für den KGB zu arbeiten. In nicht wenigen Fällen – wie im Fall der Cambridge Five – stimmten die Maulwürfe nicht nur des Geldes wegen der Spionage zu, sondern auch aus ideologischen Sympathien für die UdSSR. Die Rekrutierung von Aldrich Ames verlief jedoch nicht nach der üblichen Praxis. Er kam von sich aus zum KGB und bot sich freiwillig als Spion an, obwohl sich vonseiten des KGB niemand je zuvor an ihn gewandt hatte.

Der talentierte Herr Ames

Aldrich Ames wurde 1941 im Bundesstaat Wisconsin geboren. Sein Vater war Verwaltungsangestellter bei der CIA, was vielleicht der Grund dafür war, dass Ames ab seinem 16. Lebensjahr dort in Teilzeit zu arbeiten begann. Ames hatte eine Vorliebe dafür, fremde

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