Taiwan will Munitionsvorräte vervierfachen
Taiwans Verteidigungsbehörden arbeiten an einem sechsjährigen Beschaffungsprogramm, um die Munitionsreserven des Inselstaates deutlich aufzustocken. Dabei soll die bisherige Reichweite von 30 auf 120 Tage Kampfhandlungen …
Taiwans Verteidigungsbehörden planen eine massive Aufstockung der Munitionsvorräte. Nach Angaben einer regionalen Zeitung soll die bisherige Reserve, die für 30 Tage Kampfhandlungen ausreicht, auf einen Vorrat für 120 Tage vervierfacht werden. Für das Vorhaben wurde ein sechsjähriges Beschaffungsprogramm mit einem Gesamtvolumen von umgerechnet rund 868 Millionen US-Dollar aufgelegt.
Im laufenden Jahr stehen dem Programm nach diesen Angaben umgerechnet etwa 229 Millionen Dollar zur Verfügung. Für das kommende Jahr ist eine ähnliche Summe vorgesehen. Die Finanzierung erfolgt in New Taiwan-Dollar, der lokalen Währung des Inselstaates.
Bei der Beschaffung sollen bestimmte Munitionsarten Priorität haben. Dazu gehören dem Bericht zufolge 120-Millimeter- und 105-Millimeter-Panzergranaten sowie 30-Millimeter-Munition für automatische Geschütze. Auch Granaten für 155-Millimeter-Haubitzen stehen auf der Einkaufsliste.
Neben der externen Beschaffung strebt Taiwan nach den vorliegenden Informationen auch eine Ausweitung der eigenen Produktionskapazitäten an. Lokale Rüstungsbetriebe sollen demnach verstärkt in die Herstellung von Munition eingebunden werden. Diese Doppelstrategie aus Import und Eigenproduktion soll die Versorgungssicherheit erhöhen.
Die geplante Aufstockung der Munitionsreserven erfolgt vor dem Hintergrund der anhaltenden Spannungen in der Taiwanstraße. Die Volksrepublik China betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz und hat eine Wiedervereinigung auch mit militärischer Gewalt nicht ausgeschlossen. Die Regierung in Taipeh verstärkt daher seit längerem ihre Verteidigungsanstrengungen und die strategische Vorsorge.