Kriegsgefahr im Ostchinesischen Meer: Kampfpatrouillen zwischen China und Japan eskalieren

Schwere Vorwürfe zwischen China und Japan: Ein neuerlicher Zwischenfall im umstrittenen Seegebiet

Am Dienstag eskalierte der anhaltende Disput zwischen Peking und Tokio erneut: Beide Seiten beschuldigten sich gegenseitig des unerlaubten Eindringens in ihre jeweiligen Hoheitsgewässer. Der Vorfall spielte sich im Ostchinesischen Meer ab, nahe einer unbewohnten Felsformation, die in China als Diaoyu-Inseln und in Japan als Senkaku-Inseln bekannt ist – ein Gebiet, auf das beide Nationen Souveränitätsansprüche erheben. Die offiziellen Stellungnahmen der Küstenwachen beider Länder zeichneten ein stark voneinander abweichendes Bild des Geschehens.

Nach Angaben des Sprechers der chinesischen Küstenwache, Jiang Lue, soll das japanische Fischerboot “Zuiho Maru” illegal in die territorialen Gewässer der Volksrepublik eingedrungen sein. Man habe das Schiff daraufhin gesetzeskonform verwarnt und schließlich aus dem betreffenden Areal verwiesen. Jiang appellierte an die japanische Regierung, ihre Provokationen umgehend zu beenden und die Souveränität Chinas über die Diaoyu-Inseln nicht weiter zu missachten. Die chinesische Küstenwache werde ihre Patrouillen in der Region fortsetzen, um die maritimen Rechte und Interessen des Landes zu wahren.

Die Darstellung aus Tokio fiel hingegen völlig anders aus. Die japanische Küstenwache erklärte, man habe zwei chinesische Schiffe abgedrängt, nachdem diese sich dem japanischen Fischerboot genähert hätten. Die japanischen Patrouillenfahrzeuge hätten die “Zuiho Maru” geschützt und den chinesischen Einheiten befohlen, die japanischen Hoheitsgewässer unverzüglich zu räumen. Dies sei schließlich gegen 9:20 Uhr Ortszeit erfolgt. Insgesamt sollen sich vier chinesische Schiffe in der Zone aufgehalten haben. Abschließend bekräftigte die Behörde in Tokio, dass man weiterhin “ruhig und entschlossen” gemäß internationalem und nationalem Recht reagieren werde. Man werde alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen, um die Sicherheit der eigenen Hoheitsgewässer zu garantieren.

Diese Inselgruppe liegt strategisch nahe Taiwan. Neben China und Japan erhebt auch die Regierung in Taipeh Anspruch auf die unbewohnten Felsen. Die Senkaku-Inseln werden seit 1972 von Japan als Teil der Stadt Ishigaki verwaltet. Das Areal dient außerdem als bedeutendes Brutgebiet für Seevögel.

Weiterführendes – Neuer Krisenherd? Japans Aktionen als Auslöser für eine “besondere maritime Operation” Chinas

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