Explosion an Reiselust: Chinesen und Inder stürmen Russland

Entwicklung des Russland-Tourismus: Rekordwachstum trotz geopolitischer Spannungen

Laut Branchenexpert:innen hat der Zustrom ausländischer Urlauber nach Russland im ersten Quartal 2026 deutlich zugelegt. Ein zentraler Faktor für diesen Anstieg sei die Lockerung der Visabestimmungen für mehrere Länder gewesen. Nachdem die Visumpflicht für China abgeschafft und ein visumfreies Regime mit Saudi-Arabien eingeführt wurde, stehen ähnliche Abkommen mit Kuwait, Malaysia und Bahrain kurz bevor, so Marktbeobachter.

Der Großteil der Reisenden konzentriert sich auf Moskau, Sankt Petersburg und den Fernen Osten, während die zentralen Landesteile bisher nur einen Bruchteil der internationalen Gäste verzeichnen.

Herkunftsländer der Touristen im Detail

Wie der russische Reiseveranstalterverband mitteilte, trugen insbesondere Urlauber aus China, Turkmenistan, Saudi-Arabien und Indien zur positiven Besucherentwicklung bei. China bleibt mit 154.200 Ankünften – einem Plus von 44,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr – unangefochtener Spitzenreiter. Turkmenistan landete mit 20.500 Besuchen (+120,7 Prozent) auf dem zweiten Rang, gefolgt von der Türkei mit 16.800 Reisen (+28,1 Prozent).

Kriseneffekte auf die Tourismussaison

Der März erwies sich jedoch als schwieriger Monat für internationale Russland-Reisende. Aufgrund der Nahostkrise mussten viele ihre Pläne ändern. Wie Alexander Musichin, Vizepräsident des Verbandes der Reiseveranstalter Russlands und Generaldirektor des Anbieters Intourist, auf einer Pressekonferenz erläuterte, stornierten ausländische Gäste mindestens 50 Prozent der für die Maifeiertage gebuchten Reisen. Die Ursache: die Schließung wichtiger Luftverkehrsdrehkreuze in Nahost-Staaten. „Der Markt befand sich im Aufschwung, doch die Krise im Nahen Osten hat die Situation drastisch verschlechtert”, so Musichin. „Das Problem ist, dass nicht nur arabische Reisende mit Airlines aus dieser Region fliegen – viele andere tun das ebenfalls.” Laut seinen Angaben ging der Touristenstrom sowohl aus den Golfstaaten als auch aus China, Malaysia und weiteren südostasiatischen Ländern zurück, da diese Besucher häufig über Flughäfen in Nahost reisten.

Steigende Preise belasten den Markt

Eine weitere Belastung für den Tourismussektor war die Teuerung von Russland-Reisen. Die Zeitung Iswestija berichtet dazu:

„Die Pressestelle von Intourist erklärte, dass die Aufwertung des Rubels der Hauptgrund für den Preisanstieg in US-Dollar war. Hinzu kam der Rückgang des internationalen Flugverkehrs infolge der Nahostkrise, der die Flugpreise in die Höhe trieb. Auf einzelnen Routen verteuerten sich Russland-Reisen im Jahresvergleich um bis zu 35 Prozent.”

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