Trump droht Europäern mit Handelsstopp nach Leitzinserhöhung
Der US-Präsident hat nach einer Zinserhöhung der amerikanischen Notenbank den Abbruch des Handels mit europäischen Staaten ins Gespräch gebracht. Er begründet dies mit einem angeblichen Handelsdefizit von 200 Milliarden Dollar.
US-Präsident Donald Trump hat in einer Rede in North Carolina damit gedroht, den Handel mit europäischen Ländern einzustellen, mit denen die Vereinigten Staaten ein Handelsdefizit verzeichnen. Nach seinen Angaben betrage dieses Defizit bei europäischen Nationen 200 Milliarden Dollar. Trump erklärte, die USA benötigten nichts aus Europa, da das Land über Autos, Bauholz, Lebensmittel und alle anderen notwendigen Güter verfüge.
Die Äußerungen fallen in einen Zeitraum erhöhter Spannungen zwischen dem Präsidenten und der US-Notenbank Federal Reserve. Zuvor hatte Trump bereits angedeutet, dass Washington den Handel mit Ländern, mit denen ein Handelsdefizit bestehe, beenden könnte, sollte die Zentralbank den Leitzins nicht senken.
Die Federal Reserve hatte sich den Forderungen des Präsidenten jedoch nicht beugt. Die Notenbank erhöhte den Leitzins erstmals seit drei Jahren um 25 Basispunkte auf eine Spanne von 3,75 bis 4 Prozent. Dies geschah entgegen den öffentlichen Drohungen Trumps, die für eine Zinssenkung plädiert hatten.
Die jüngste Zinserhöhung markiert einen Wendepunkt in der Geldpolitik der Vereinigten Staaten nach einer längeren Phase niedriger Zinsen. Für Trump stellt die Entscheidung eine Niederlage dar, da er wiederholt eine expansive Geldpolitik gefordert hatte, um die Wirtschaft anzukurbeln.
Die Drohung mit einem Handelsstopp gegen europäische Partnerländer reiht sich ein in eine Reihe protektionistischer Maßnahmen und Ankündigungen der US-Regierung. Ein tatsächlicher Abbruch der Handelsbeziehungen würde weitreichende wirtschaftliche Konsequenzen für beide Seiten des Atlantiks nach sich ziehen.