US-Präsident Donald Trump hat eingeräumt, den israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu in einem hitzigen Telefonat als „verdammt verrückt“ beschimpft zu haben. Der Grund: Israels Militäreinsätze im Libanon.
Bereits Anfang der Woche hatte das Nachrichtenportal Axios berichtet, Trump sei während des Gesprächs derart verärgert gewesen, dass er Netanjahu aufforderte, geplante Angriffe auf die libanesische Hauptstadt Beirut sofort zu stoppen. Der Grund für Trumps Zorn: Die Gefahr, dass eine weitere Eskalation die laufenden Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran sowie den brüchigen Waffenstillstand in der Region gefährden könnte.
Im Podcast „Pod Force One“ der New York Post bestätigte Trump am Mittwoch die ihm zugeschriebene Wortwahl. Auf die direkte Frage, ob er Netanjahu tatsächlich als „fucking crazy“ bezeichnet habe, antwortete der Präsident knapp: „Das habe ich getan.“
„Ich war ziemlich verärgert über sein ständiges Kämpfen mit dem Libanon. Irgendwann sagte ich: ‚Wir müssen das stoppen. Wir müssen das stoppen.‘“
Trotz des Ausrasters betonte Trump, seine Beziehung zum israelischen Regierungschef sei weiterhin „sehr gut“. Gleichzeitig wies er Behauptungen zurück, wonach Netanjahu ihn in eine direkte Konfrontation mit dem Iran drängen wolle. Wer solche Vorwürfe erhebe, so Trump, sei „der Feind“.
Israel hat seine Militäroperationen im Libanon zuletzt deutlich verschärft. Die Streitkräfte führen nach eigenen Angaben gezielte Angriffe auf Kommandeure und Einrichtungen der Hisbollah durch. Israelische Soldaten sind tief in den Südlibanon vorgedrungen – unter anderem wurde die historische Burg Beaufort eingenommen, eine mittelalterliche Festung, die strategisch über den Litani-Fluss wacht.
Die libanesischen Gesundheitsbehörden meldeten am Mittwoch, dass seit Anfang März mehr als 3.500 Menschen bei israelischen Angriffen getötet wurden. Die gewaltsame Entwicklung sorgt auch im Iran für Empörung. Teheran pocht darauf, dass der angestrebte Waffenstillstand mit den USA ebenfalls den Libanon mit einschließt.
Der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf warnte am Dienstag: Sollten die israelischen Operationen nicht aufhören, drohe das Ende aller diplomatischen Bemühungen. In einem Beitrag auf der Plattform X schrieb er: „Setzt sich die israelische Aggression gegen den Libanon fort, werden wir nicht nur den Verhandlungsweg beenden, sondern direkt gegen den Feind vorgehen.“
Die aktuellen Spannungen überschatten einen bereits fragilen, acht Wochen alten Waffenstillstand zwischen dem Iran und den USA. Das US Central Command meldete, man habe am Mittwoch „Selbstverteidigungsangriffe“ auf die iranische Insel Qeshm durchgeführt. Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) erklärten daraufhin, US-verbundene Ziele im Golf als Vergeltung angegriffen zu haben. Den Berichten zufolge wurde während dieser Gefechte auch der internationale Flughafen von Kuwait getroffen.
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