Das US-Energieministerium gab am vergangenen Freitag bekannt, dass die ihm unterstellte National Nuclear Security Administration (NNSA) die verbliebenen venezolanischen Vorräte an hochangereichertem Uran gesichert und zur Wiederaufbereitung in die USA transportiert hat.
NNSA-Direktor Brandon Williams bezeichnete diesen Vorgang als Erfolg der Trump-Administration: “Dank der entschlossenen Führung von Präsident Trump” hätten “die Teams in wenigen Monaten das geschafft, wofür man normalerweise Jahre gebraucht hätte.”
Das Uran lagerte in einem stillgelegten Forschungsreaktor des Instituto Venezolano de Investigaciones Científicas nahe San Antonio de los Altos, 15 Kilometer von der venezolanischen Hauptstadt Caracas entfernt. Nach Ministeriumsangaben befand es sich dort seit 1991, dem Ende der nuklearen Forschungsarbeiten. Das angereicherte Material überschritt die 20-Prozent-Marke.
Ab diesem Anreicherungsgrad ist es grundsätzlich möglich, aus Uran eine Atomwaffe herzustellen – allerdings wären hierfür größere Mengen erforderlich als die lediglich 13,5 Kilogramm, die die US-Amerikaner in Venezuela vorfanden. Für moderne Atombomben wird ohnehin auf 80 bis 90 Prozent angereichertes Uran verwendet. Zum Vergleich: Der Iran soll über 400 Kilogramm auf 60 Prozent angereicherten Urans verfügen.
Laut der Mitteilung des US-Energieministeriums erfolgte der Abtransport des Urans in einem Spezialcontainer, in Zusammenarbeit mit Mitarbeitern des US-Außenministeriums in Washington und Caracas sowie dem venezolanischen Ministerium für Wissenschaft und Technologie. Auch die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEA) und britische Experten waren in das Vorhaben eingebunden.
Ein britisches Spezialschiff brachte das Material Anfang Mai in die USA. Nun plant die US-amerikanische Energiebehörde, es in der Anlage Savannah River Site im Bundesstaat South Carolina wiederaufzubereiten. Diese Atomanlage produzierte während des Kalten Krieges das Material für US-Atomwaffen.
Sowohl die US-amerikanische als auch die venezolanische Seite zeigen sich zufrieden mit dem erfolgreichen Abtransport des Urans: NNSA-Chef Williams sprach von einem Signal an die Welt, dass Venezuela einen Neuanfang mache. Venezuelas Außenminister Yvan Gil betonte, sein Land habe die IAEA wiederholt darauf hingewiesen, dass das hochangereicherte Uran außer Landes gebracht werden müsse.
In einem Communiqué wies das venezolanische Außenministerium zudem darauf hin, dass der militärische Angriff vom 3. Januar 2026 das Risiko rund um die Nuklearanlage erhöht habe. Die Attacke habe nur 50 Meter vom stillgelegten Reaktor RV-1 entfernt stattgefunden. Den Namen des Landes, das diesen Angriff verübt hatte, nannte Gil nicht.
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