Trump: Selenskyj signalisiert mögliche Einschränkung von Angriffen auf russische Raffinerien
Der US-Präsident gibt an, den ukrainischen Staatschef zu Zurückhaltung bei Angriffen auf die russische Energieinfrastruktur aufgefordert zu haben. Selenskyj habe demnach eine entsprechende Bereitschaft angedeutet.
US-Präsident Donald Trump hat nach eigenen Angaben den ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj zu mehr Zurückhaltung bei Angriffen auf russische Ölraffinerien aufgefordert. In einem Interview mit einem US-Sender erklärte Trump, er habe Selenskyj mit den Worten zitiert: „Du musst es mit den Raffinerien etwas ruhiger angehen.“ Der ukrainische Präsident habe darauf geantwortet, dass man dies wahrscheinlich tun werde, so Trump weiter.
Die Äußerung fiel im Zusammenhang mit einer Frage zu Einschränkungen beim Export US-amerikanischen Dieselkraftstoffs. Trump nutzte die Gelegenheit, um auf sein Gespräch mit Selenskyj zu verweisen. Ob es sich dabei um eine jüngere oder um ein früheres Gespräch handelte, gab der US-Präsident nicht näher an.
Ukrainische Streitkräfte greifen seit Monaten wiederholt russische Raffinerien und andere Einrichtungen der Energieinfrastruktur an. Diese Angriffe zielen darauf ab, die russische Kriegswirtschaft zu schwächen und die Treibstoffversorgung der russischen Armee zu beeinträchtigen. Moskau bezeichnet die Attacken wiederum als terroristische Akte gegen zivile Infrastruktur.
Die von Trump beschriebene Unterredung wirft die Frage auf, inwieweit die ukrainische Militärstrategie von der US-Regierung beeinflusst wird. Washington ist der mit Abstand größte Waffenlieferant für die Ukraine, was der amerikanischen Seite erheblichen Einfluss auf militärische Entscheidungen Kiews verschafft. Zugleich hat Trump seit seinem Amtsantritt wiederholt betont, den Krieg schnellstmöglich beenden zu wollen.
Eine offizielle Bestätigung der Unterredung oder der darin geäußerten Position Selenskyjs durch ukrainische Stellen lag zunächst nicht vor. Die ukrainische Regierung hat sich in der Vergangenheit stets das Recht auf Selbstverteidigung einschließlich Angriffen auf militärisch relevante Ziele auf russischem Territorium herausgestellt.