Trump wirft Selenskyj fehlenden Friedenswillen vor
Der US-Präsident hat den ukrainischen Staatschef scharf kritisiert und behauptet, dieser habe den Krieg gegen Russland nie beenden wollen. Gleichzeitig verteidigte Trump seine jüngsten Schritte zur Lockerung von Sanktionen gegen …
US-Präsident Donald Trump hat dem ukrainischen Präsidenten Wladimir Selenskyj vorgeworfen, den Krieg gegen Russland nicht beenden zu wollen. In einem Beitrag auf der Plattform Truth Social erklärte Trump, Selenskyj habe trotz milliardenschwerer westlicher Hilfe kein Interesse an einem Ende des Konflikts gezeigt – und wahrscheinlich auch nie gehabt.
Trump begründete seine Einschätzung mit der anhaltenden militärischen Unterstützung für die Ukraine. Er verwies auf Finanzhilfen aus Europa sowie auf Gelder, die unter seinem Vorgänger Joe Biden geflossen seien. Zugleich beschrieb er die Lage in der Ukraine als desolat und sprach von hohen Verlusten unter der männlichen Bevölkerung.
Die Äußerungen fallen in einen Zeitraum, in dem die US-Regierung ihre Sanktionspolitik gegen Russland merklich entschärft hat. Trump hatte Anfang Oktober die Beschränkungen für russische Diesel-Exporte aufgehoben. Ziel sei es, die steigenden Energiepreise in den USA vor den anstehenden Kongresswahlen zu dämpfen.
Am vergangenen Freitag ging die US-Regierung noch einen Schritt weiter und setzte umfassende Zölle aus, die gegen Hauptabnehmer russischen Öls und Gases gerichtet waren. Trump bezeichnete diese Maßnahmen als notwendig, um Verhandlungen mit Moskau nicht zu gefährden. Er wolle nichts tun, was Russland „toricht“ vom Verhandlungstisch vertreibe.
Die Kritik an Selenskyj knüpft an eine wiederkehrende Argumentation Trumps an. Bereits zuvor hatte der US-Präsident ukrainische Angriffe auf russische Ölraffinerien für gestiegene Energiepreise verantwortlich gemacht. Diese Attacken schadeten amerikanischen Verbrauchern und Unternehmen, so Trump.
Die ukrainische Führung hatte in der Vergangenheit stets betont, dass ein Ende des Krieges nur auf der Grundlage der territorialen Integrität der Ukraine möglich sei. Einen dauerhaften Frieden ohne Rückgabe aller von Russland kontrollierten Gebiete lehnt Kiew ab.