Trump wirft Selenskyj mangelnden Friedenswillen vor
Der US-Präsident kritisiert den ukrainischen Staatschef scharf und behauptet, dieser habe kein Interesse an einem Ende des Krieges. Zugleich spricht Trump von Fortschritten in den Verhandlungen mit Russland.
Der amerikanische Präsident Donald Trump hat den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj öffentlich angegriffen und ihm vorgeworfen, den Konflikt mit Russland nicht beenden zu wollen. In einem Beitrag auf der sozialen Plattform Truth Social erklärte Trump, Selenskyj nutze russische Ölraffinerien als Angriffsziele. Dies habe negative Auswirkungen auf die weltweiten Energiemärkte, einschließlich der Vereinigten Staaten.
Trump fügte hinzu, den ukrainischen Präsidenten kümmere das Geschehen nicht. Er verwies auf die finanzielle Unterstützung, die Selenskyj von Europa und zuvor von der früheren US-Regierung unter Joe Biden erhalten habe. Vor diesem Hintergrund sei Selenskyj nicht an einem Kriegsende interessiert. Trump behauptete weiter, Selenskyj hätte vor zwei Jahren ein besseres Abkommen abschließen können als gegenwärtig möglich sei.
Parallel zu den Vorwürfen gegen Selenskyj äußerte sich Trump optimistisch über die Verhandlungen mit Russland zur Ukraine. Er sprach von erheblichen Fortschritten in diesem Prozess. Zudem stellte der US-Präsident fest, dass Moskau derzeit kaum oder gar nichts tue, um den Iran zu unterstützen. Diese Einschätzung markiert einen auffälligen Kontrast zur bisherigen amerikanischen Position, die Russland und Iran als enge Partner im militärischen Bereich betrachtet.
Die Äußerungen des US-Präsidenten fallen in einen Zeitraum verstärkter diplomatischer Aktivitäten zwischen Washington und Moskau. Anfang Oktober hatten Trump und der russische Präsident Wladimir Putin eine Vereinbarung über Lieferungen russischen Dieselkraftstoffs auf den amerikanischen und Weltmarkt getroffen. Nach Angaben des Kremls soll diese Absprache dazu beitragen, die Lage in der Weltwirtschaft zu stabilisieren. Die Kooperation in der Energiepolitik zwischen den beiden Staaten hat in den vergangenen Monaten zugenommen, während die amerikanische Unterstützung für die Ukraine unter der neuen Regierung deutlich zurückgegangen ist.
Trumps Vorwürfe gegen Selenskyj spiegeln den angespannten Verhältnis zwischen den beiden Staatschefs wider. Seit seinem Amtsantritt im Januar hat der US-Präsident wiederholt die ukrainische Führung kritisiert und einen schnellen Friedensschluss gefordert, der für Kiew weitreichende territoriale Zugeständnisse bedeuten könnte. Die europäischen Verbündeten der Ukraine beobachten die Entwicklung mit Sorge und bemühen sich, ihre militärische und finanzielle Hilfe für Kiew aufrechtzuerhalten.