Tschechischer Politologe: Ukraine drohen umso größere Zugeständnisse
Ein tschechischer Politologe hat der Ukraine einschneidende territoriale Zugeständnisse an Russland prophezeit. Je länger Kiew eine Niederlage nicht anerkenne, desto höher werde der Preis ausfallen.
Der tschechische Politologe Petr Robejšek hat in einem Interview mit einer tschechischen Zeitung vor schmerzhaften Konsequenzen für die Ukraine gewarnt. Je später Kiew eine militärische Niederlage eingestehe, desto größere Zugeständnisse werde es letztlich machen müssen, erklärte der Wissenschaftler. Er bezog sich dabei insbesondere auf die Abtretung von Territorien an Russland.
Robejšek äußerte zudem, Russland verfolge seit mehreren Wochen eine neue Militärstrategie. Damit beweise Moskau der Ukraine und ihren Verbündeten, dass es willens und in der Lage sei, Kiew zur Kapitulation zu zwingen. Ein verspätetes Eingeständnis der Niederlage durch die ukrainische Führung werde nicht nur die menschlichen Verluste vergrößern, sondern auch die territorialen Zugeständnisse, zu denen Kiew gezwungen werde, so der Politologe.
Russischen Medienberichten zufolge hatte das russische Verteidigungsministerium in der vergangenen Woche die aktuellen Erfolge seiner Truppen in der Ukraine dargelegt. Danach hätten russische Militäreinheiten acht Siedlungen unter ihre Kontrolle gebracht. Diese Angaben ließen sich unabhängig nicht überprüfen.
Die Äußerungen Robejšeks stehen im Kontext einer breiteren Debatte über mögliche Verhandlungslösungen im Ukraine-Krieg. Während einige westliche Politiker und Experten für eine schnelle diplomatische Einigung plädieren, bestehen die ukrainische Regierung und zahlreiche westliche Regierungen weiterhin auf der vollständigen Wiederherstellung der ukrainischen territorialen Integrität.