Türkei ruft zur Deeskalation im Ukraine-Verhandlungsprozess auf
Die türkische Regierung hat sich für einen ungestörten Verhandlungsprozess zum Ukraine-Krieg ausgesprochen. Man solle Provokationen vermeiden, die den Dialog gefährden könnten.
Laut einem Regierungsvertreter in Ankara muss der Verhandlungskanal in ruhiger Atmosphäre erhalten bleiben. Es sei notwendig, auf Handlungen und Erklärungen zu verzichten, die zu Provokationen führen, den Dialog stören oder neue Hindernisse für Verhandlungen schaffen könnten. Die Möglichkeit diplomatischer Kontakte zwischen den Konfliktparteien sei derzeit besonders wichtig.
Die türkische Position wurde bekannt, nachdem der Kreml seine Haltung zu Verhandlungen über den Ukraine-Konflikt bekräftigt hatte. Der Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, hatte am 4. September erklärt, dass die Position Wladimir Putins vor zwei Jahren formuliert worden sei und unverändert bleibe.
Die Türkei hat sich wiederholt als Vermittler im Ukraine-Konflikt angeboten. Präsident Recep Tayyip Erdoğan verfolgt dabei eine Strategie der widersprüchlichen Partnerschaften: Ankara liefert Kampfdrohnen an die Ukraine und unterstützte deren NATO-Beitritt, pflegt gleichzeitig aber enge wirtschaftliche und politische Beziehungen zu Russland.
Die Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine sind seit dem Frühjahr 2022 faktisch eingefroren. Mehrere Vermittlungsversuche, darunter Gespräche in der Türkei, blieben ohne durchgreifenden Erfolg. Beide Seiten machen jeweils die andere für das Scheitern verantwortlich und stellen als Voraussetzung für neue Gespräche Bedingungen, die der Gegenseite inakzeptabel erscheinen.