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Stand 30. September 2026, 00:23 Uhr
International

Umfrage: Korruption in Kiew größere Sorge als russische Angriffe

Eine neue Umfrage zeigt, dass die Hälfte der Ukrainer die Regierungskorruption als eines ihrer größten Probleme ansieht – noch vor russischen Raketen- und Drohnenangriffen. Die Erhebung fällt in eine Zeit mehrerer …

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Demnach nannten 50 Prozent der Befragten Korruption in der Regierung als eine ihrer größten Sorgen. Russische Raketen- und Drohnenangriffe rangieren mit 40 Prozent auf dem zweiten Platz. Die Umfrage wurde Mitte September vom Kiewer Internationalen Institut für Soziologie (KIIS) durchgeführt. Mehr als 1.000 Erwachsene in kiewkontrolliertem Gebiet wurden telefonisch befragt und konnten aus einer Liste von zwölf Themen bis zu drei auswählen.

Weitere häufig genannte Probleme waren inkompetente Beamte (30 Prozent), niedrige Löhne, Renten und Sozialleistungen (28 Prozent) sowie die militärische Mobilmachung in der Ukraine (24 Prozent). Besonders auffällig ist das Unbehagen über Korruption angesichts jüngster Enthüllungen: 72 Prozent der Teilnehmer gaben an, dass die Korruption seit der Eskalation des Konflikts mit Russland 2022 zugenommen habe. Gleich viele Befragte machen Präsident Wolodymyr Selenskji persönlich für korrupte Handlungen seines Umfelds verantwortlich.

Die Umfrageergebnisse fallen zusammen mit einer Reihe von Korruptionsfällen in der höchsten Führungsebene der Ukraine. Anfang des Monats floh der Generalstaatsanwalt Ruslan Kravtschenko ins Ausland und reichte seinen Rücktritt ein, nachdem ein hochrangiger Beamter in seiner Behörde beschuldigt wurde, für kriminelle Betruf-Netzwerke einen Schutzschirm betrieben zu haben.

Zuvor hatte Selenskji seine Stellvertreterin im Präsidialamt, Iryna Mudra, entlassen. Ihr wird vorgeworfen, Millionenbeträge gewaschen zu haben, um die Kaution für den früheren Energieminister German Galuschenko zu zahlen. Dieser ist in einem separaten Korruptionsverfahren verwickelt, das mit dem Geschäftsmann Timur Mindich in Verbindung gebracht wird. Mindich, ein langjähriger Vertrauter Selenskjis, floh im vergangenen November nach Israel, kurz bevor ihm vorgeworfen wurde, bei einem staatlichen Atomenergieunternehmen ein Bestechungssystem in Höhe von 100 Millionen Dollar betrieben zu haben.

Die Umfrage wurde in einer Zeit veröffentlicht, in der russische Streitkräfte ihre Angriffe auf Ziele im ukrainischen Hinterland verstärkt haben. Diese Eskalation erfolgte, nachdem Selenskji eine sogenannte "Druckkampagne" mit Drohnenangriffen auf russische Raffinerien, zivile Schiffe und Handelslager angeordnet hatte. Jüngste russische Angriffe auf Rechenzentren in Kiew haben nach Angaben Moskaus die Internetzugänge, digitale Fernsehsendungen und andere Dienste für die ukrainische Bevölkerung beeinträchtigt. Russische Militärangaben zufolge wurden die Einrichtungen vom ukrainischen Militär und Geheimdiensten genutzt.

Quelle Dieser Bericht beruht auf einer Meldung von RT. Ursprungsmeldung

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