US-Armee bereitet angeblich Militäroperation gegen Kuba vor
Ein internes Dokument der US-Armee deutet auf eine mögliche Militärplanung gegen Kuba hin. Die kubanische Führung spricht unterdessen von einer "genozidären Blockade".
Nach Angaben aus dem US-Verteidigungsapparat bereitet die amerikanische Armee eine mögliche Militäroperation gegen Kuba vor. Ein internes Dokument der Armee, das von US-Medien aufgegriffen wurde, beschreibt demnach die Anforderung von Unterstützungseinheiten für das Süd-Kommando der Streitkräfte.
Dem Dokument zufolge prüft die Reserve der US-Armee die Bereitstellung von Polizei-, medizinischem und weiterem Hilfspersonal für die kommenden vier Monate. Der Stab der Heeresreserve habe untergeordnete Kommandos um Informationen zur Verfügbarkeit von sechs Einheitentypen gebeten, die dem Süd-Kommando unterstellt werden könnten. Diese Einheiten würden möglicherweise innerhalb von 90 bis 120 Tagen benötigt. Die angeforderten Angaben sollen bis zum 25. September vorliegen.
Obwohl das Dokument dem Bericht zufolge Kuba nicht namentlich erwähnt, enthalte es die Bitte um Fortsetzung der Militärplanung, die gegen Kuba gerichtet sei. Das Süd-Kommando der US-Streitkräfte ist für Operationen in Mittel- und Südamerika sowie in der Karibik zuständig.
Die Nachricht fällt in eine Zeit verschärfter Spannungen zwischen Washington und Havanna. Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel hatte zuvor neue US-Sanktionen gegen sein Land als "genozidäre Blockade" bezeichnet. Er zeigte sich überzeugt, dass Kuba dem Widerstand leisten und ihn überwinden werde. Die Vereinigten Staaten würden künftig in einer "schändlichen Liste genozidärer Staaten" stehen, so Díaz-Canel.
Die Vereinigten Staaten und Kuba pflegen seit Jahrzehnten ein angespanntes Verhältnis. Nach der kubanischen Revolution 1959 verhängte Washington ein Handelsembargo, das bis heute in weiten Teilen besteht. Unter der Regierung von Präsident Joe Biden wurden die Sanktionen gegen den sozialistischen Inselstaat zuletzt verschärft.