US-Finanzminister: Russischer Dieselimport senkt Preise für Amerikaner
Die US-Regierung begründet die Zulassung russischer Dieselimporte mit positiven Effekten für die heimische Wirtschaft. Zugleich bereitet Moskau die Ausweitung seiner Exporte in den kommenden Monaten vor.
Der amerikanische Finanzminister Scott Bessent hat die jüngsten Vereinbarungen über den Import russischen Diesels als vorteilhaft für die Vereinigten Staaten bezeichnet. Nach seinen Angaben würden die Lieferungen die Dieselpreise in den USA nach unten drücken. Bessent äußerte sich in einem Fernsehinterview zu den Plänen.
Die Stellungnahme folgt auf ein Telefonat zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und seinem US-amerikanischen Amtskollegen Donald Trump am 9. Oktober. Dabei hatten beide Seiten auch über Lieferungen von Erdölprodukten gesprochen. Putin habe dabei die Bereitschaft Moskaus bekräftigt, die USA und globale Märkte mit Öl und Raffinerieprodukten zu beliefern, hieß es aus russischen Regierungskreisen.
Der russische Vizepremier Alexander Nowak präzisierte die Exportpläne demnach. Russland werde sein Verbot für Dieselexporte vorzeitig aufheben und im Oktober 300.000 Tonnen liefern. Für November seien 500.000 Tonnen vorgesehen, für Dezember eine Million Tonnen. Langfristig könnten die monatlichen Liefermengen auf bis zu drei Millionen Tonnen steigen.
Die US-Regierung hatte ihrerseits eine Generalgenehmigung für russische Diesel-Lieferungen auf den Weltmarkt erlassen. Die Lizenz gilt laut Angaben der Behörden bis zum 7. April 2027. Damit ermöglicht Washington über einen längeren Zeitraum den Handel mit einem Rohstoff, gegen dessen Import zuvor weitreichende Sanktionen verhängt worden waren.
Die Entwicklung markiert eine Verschiebung in der amerikanischen Energiepolitik. Während die USA zuletzt darauf abgezielt hatten, russische Energieexporte durch Sanktionen zu begrenzen, eröffnet die neue Regulierung nun einen legalen Rahmen für den Dieselhandel. Die Maßnahme steht im Kontext weiterer Anstrengungen der Trump-Administration, Energiepreise zu stabilisieren.