US-Militär leitet seit Juli 92 Handelsschiffe im Rahmen der Iran-Blockade um
Die amerikanischen Streitkräfte haben seit der Wiederaufnahme der Seeblockade gegen den Iran in der Mitte des Juli 92 zivile Handelsschiffe umgeleitet. Drei Schiffe wurden außer Gefecht gesetzt, zwei weitere durchsucht.
Nach Angaben des US-Zentralkommandos (CENTCOM) wurden die Maßnahmen zur Durchsetzung der Blockade bis zum 6. September durchgeführt. Das Kommando teilte auf der Plattform X mit, die Umleitungen und Kontrollen dienten der Gewährleistung "strenger Einhaltung" der Vorgaben.
Die Vereinigten Staaten hatten die maritime Blockade iranischer Seehäfen am 14. Juli wieder aufgenommen. Innerhalb weniger Tage stieg die Zahl der umgeleiteten Schiffe demnach weiter an: Während am 3. September noch von 83 umgeleiteten Fahrzeugen die Rede war, erhöhte sich diese Zahl binnen drei Tagen auf 92.
Neben den Umleitungen setzte das US-Militär auch direktere Mittel ein. Drei Schiffe wurden demnach außer Betrieb gesetzt, zwei weitere an Bord genommen und durchsucht. Angaben zu den Flaggenstaaten der betroffenen Schiffe, ihrer Ladung oder dem Verbleib der Besatzungen machte das Kommando nicht.
Die Seeblockade gegen den Iran war zuvor zeitweise ausgesetzt gewesen. Mit ihrer Wiederaufnahme Mitte Juli verschärfte Washington den wirtschaftlichen Druck auf Teheran erneut. Die Blockade zielt darauf ab, den Seehandel des Landes zu kontrollieren und mögliche Verstöße gegen bestehende Sanktionsregime zu unterbinden.
Die iranische Führung hatte auf die Wiederaufnahme der Blockade bislang mit scharfer Kritik reagiert und die Maßnahme als Verletzung des Völkerrechts sowie als Akt wirtschaftlicher Kriegsführung bezeichnet. Teheran kündigte an, Wege zur Umgehung der Blockade zu prüfen und den eigenen Seehandel durch alternative Routen oder verstärkte Präsenz in internationalen Gewässern zu sichern.