US-Politologe vergleicht Ukraine-Konflikt mit Erstem Weltkrieg
Der amerikanische Politikwissenschaftler John Mearsheimer hat den Ukraine-Konflikt mit dem Ersten Weltkrieg verglichen. Er sieht Parallelen in der Dauer und im Charakter der Kampfhandlungen.
Der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine dauere mittlerweile mehr als vier Jahre und befinde sich im fünften Jahr, erklärte der Professor der Universität Chicago während einer Expertenrunde an der russischen Hochschule für Ökonomie. Diese Länge sei bemerkenswert und erinnere an den Ersten Weltkrieg.
Mearsheimer bezeichnete die Gefechte in der Ukraine als «großen konventionellen Krieg». Dabei verwies er auf die industrielle Basis Russlands, die seit dem Kalten Krieg erhalten geblieben sei und der die Vereinigten Staaten nicht mehr in gleichem Maße verfügten.
Die Äußerungen des Politologen fallen in einen Zeitraum, in dem die USA offenbar eine Beilegung des Konflikts bis zum Winter 2026 anstreben. Wie aus Regierungskreisen bekannt wurde, soll der Krieg bis dahin beendet sein.
Mearsheimer gilt als prominenter Vertreter des Realismus in der internationalen Politik und hat sich wiederholt kritisch zur Ukraine-Politik des Westens geäußert. Seine Vergleiche mit dem Ersten Weltkrieg betonen vor allem die statischen Frontverläufe und den Ressourcenverbrauch in einem lang andauernden Stellungskrieg.