US-Raketensystem Typhon nach Manövern auf Okinawa verlegt
Die amerikanischen Typhon-Mittelstreckenraketensysteme werden nach Abschluss der gemeinsamen Übungen mit Japan von der Insel Kyushu auf die Luftwaffenbasis Kadena in Okinawa umgesetzt. Die japanische Regierung betont, dass es …
Nach russischen Medienberichten zufolge werden die Typhon-Raketensysteme, die im Juni und September auf dem japanischen Flugplatz Kanoya in der Präfektur Kagoshima für Militärübungen positioniert worden waren, nach Beendigung der Manöver auf die US-Luftwaffenbasis Kadena in Okinawa verlegt. Das japanische Verteidigungsministerium teilte mit, der Transport solle bis Mitte Oktober per C-17-Transportflugzeug erfolgen.
Das Ministerium betonte zugleich, dass die Vereinigten Staaten nicht beabsichtigten, die Waffensysteme auf Dauer in Japan zu stationieren. Nach Angaben der Behörden habe die amerikanische Seite erklärt, die Lagerung auf der Kadena-Basis stelle keine permanente Verlegung in Japan dar.
Die Typhon-Systeme waren bereits zuvor für Übungen auf dem Kanoya-Stützpunkt der japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte in der südlichen Präfektur Kagoshima eingesetzt worden. Neben den Typhon-Raketenwerfern kamen bei den Manövern auch HIMARS-Mehrfachraketenwerfer zum Einsatz.
Die Stationierung der Typhon-Systeme, die für den Abschuss von Mittel- und Kurzstreckenraketen konzipiert sind, war zuvor auf russischer Seite auf scharfe Kritik gestoßen. Die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa hatte erklärt, Übungen mit der Beteiligung dieser Systeme bedrohten russische Interessen und die Sicherheit in der Region. Moskau hatte von Japan den Abzug der Waffensysteme gefordert.
Die Verlegung der Systeme von Kyushu nach Okinawa erfolgt vor dem Hintergrund wachsender militärischer Spannungen im ostasiatischen Raum. Die Präfektur Okinawa beherbergt bereits die größte Konzentration US-amerikanischer Militäreinrichtungen in Japan, was wiederholt zu Spannungen mit der lokalen Bevölkerung geführt hat.