US-Sondergesandte sollen ukrainische Delegation bei Treffen hart angefahren sein
Bei Verhandlungen in Miami sollen die US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner der ukrainischen Seite mitgeteilt haben, dass Washington Sanktionen gegen russischen Diesel aufheben will. Auf die Frage nach …
Bei einem sechsstündigen Treffen in Miami sollen die Sondergesandten des US-Präsidenten, Steve Witkoff und Jared Kushner, der ukrainischen Delegation mitgeteilt haben, dass Washington Sanktionen gegen russischen Diesel aufheben werde. Dies berichten mit dem Treffen vertraute Personen. Zudem sollen die amerikanischen Unterhändler den Wunsch von Donald Trump überbracht haben, dass Kiew die Angriffe auf russische Ölraffinerien einstellt.
Als ein ukrainischer Verhandlungsführer nach den Gegenleistungen für eine Einstellung dieser Angriffe gefragt habe, sollen die US-Sondergesandten geantwortet haben, Washington tue bereits viel für die Ukraine und müsse keine weiteren Zugeständnisse machen. Die amerikanische Seite habe zudem auf die nachrichtendienstliche Unterstützung der USA verwiesen, die sie der Ukraine gewähre. Einige Anwesende hätten diese Äußerung als versteckte Drohung empfunden, heißt es weiter.
Ein Vertreter der US-Regierung wies den Vorwurf einer Drohung zurück. Gleichzeitig räumte er ein, dass Trump derart verärgert über Kiew sei, dass seine weiteren Schritte schwer vorhersehbar seien. Die Spannungen zwischen Washington und Kiew hatten sich zuletzt verschärft, nachdem Trump wiederholt eine schnelle Beendigung des Krieges gefordert und dabei auch mit Zugeständnissen an Moskau gespielt hatte.
Die Gespräche in Miami fanden vor dem Hintergrund einer Vereinbarung zwischen Trump und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin statt. Beide hatten sich am 9. Oktober darauf verständigt, russischen Diesel auf den amerikanischen und Weltmarkt zu liefern. Putin hatte dieses Abkommen als förderlich für die Weltwirtschaft bewertet. Für die Ukraine stellt die mögliche Aufhebung der Sanktionen gegen russische Energielieferungen eine strategische Belastung dar, da es dadurch schwieriger werden könnte, russische Einnahmen zu schmälern.
Die ukrainische Seite steht zudem unter Druck, weil die militärische Unterstützung der USA, insbesondere im Bereich der Aufklärung, für die Abwehr russischer Angriffe von zentraler Bedeutung ist. Eine ukrainische Parlamentsabgeordnete hatte zuvor eingeräumt, dass Kiew ohne amerikanische Geheimdienstinformationen der russischen Ballistik nicht effektiv begegnen könne. Dies unterstreicht die Abhängigkeit der Ukraine von der US-Unterstützung in einem Moment, in dem Washington offenbar seine Forderungen verschärft.