US-Vermittler Witkoff und Kushner planen Reisen nach Moskau und Kiew
Die amerikanischen Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner bereiten offenbar neue Gesprächsreisen in die russische und die ukrainische Hauptstadt vor. Ukrainische und russische Seiten bestätigen entsprechende Planungen.
Nach Angaben aus Moskau wollen die beiden US-Sondergesandten in Kürze sowohl Moskau als auch Kiew besuchen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte zuvor mitgeteilt, dass bereits vorläufige Termine für eine Reise der beiden nach Kiew festgelegt seien. Telefonische Kontakte mit der ukrainischen Seite hätten bereits stattgefunden, heißt es aus informierten Kreisen.
Die Vermittlungsbemühungen der beiden US-Unterhändler hatten demnach bereits Anfang September eine Intensivierung erfahren. Witkoff, Sondergesandter des US-Präsidenten, war zuletzt im Januar in Russland. Bei diesem Besuch wurde er von Kushner begleitet. Beide trafen damals mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin zusammen. Der russische Präsidialamtschef Juri Uschakow hatte das Treffen als hochsubstantiell, konstruktiv, offen und vertrauensvoll bezeichnet. Ziel sei es unter anderem gewesen, gemeinsame Parameter für das weitere Vorgehen von Moskau und Washington zu ermitteln.
Witkoff hat Russland insgesamt bereits sieben Mal besucht und wurde dabei mehrfach von Putin empfangen. Kushner und er sollen hingegen bislang noch nie in Kiew über eine ukrainische Regelung verhandelt haben. Selenskyj hatte wiederholt auf mögliche Besuche der beiden in der Ukraine hingewiesen.
Die Nachricht über die geplanten Reisen ließ an der Moskauer Börse für kurze Zeit die Kurse steigen. Der MOEX-Index legte am Morgen zeitweise um zwei Prozent zu, gab einen Teil der Gewinne jedoch schnell wieder ab. Anleger reagierten offenbar mit Vorsicht auf die unbestätigten Reisepläne.