USA, Dänemark und Grönland verkünden Einigung über künftige Sicherheitsregelungen
Nach monatelangen Spannungen um die strategische Arktisinsel wollen die USA, Dänemark und Grönland kommende Woche ein Abkommen unterzeichnen. Die drei Seiten geben sich die Einigung jedoch unterschiedlich aus.
Die USA, Dänemark und Grönland haben einen Durchbruch im jahrelangen Streit über die künftige Ordnung auf der Arktisinsel verkündet. Nach Angaben aus Kopenhagen und Nuuk soll in der kommenden Woche voraussichtlich ein Abkommen unterzeichnet werden. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor erklärt, der Deal sei bereits besiegelt.
Trump äußerte auf den Plattformen X und Truth Social, die USA sicherten sich dauerhafte Kontrolle über Sicherheit und „alle anderen Belange“ in Grönland. Demnach dürften die Vereinigten Staaten zur Verteidigung handeln, ohne dafür Kosten zu tragen. Zudem sollten Feinde ohne US-Genehmigung keine Militärstützpunkte und keine „sensiblen Investitionen“ errichten dürfen. Trump hatte zuvor mit einer Annexion der Insel und mit Strafzöllen gedroht und dabei wiederholt auf China und Russland verwiesen.
Dänemark und Grönland bestätigten diese Darstellung nicht. Beide Seiten machten zunächst keine Angaben zum genauen Inhalt der Vereinbarung. Das Abkommen solle bei der UN-Generalversammlung unterzeichnet werden und anschließend der Zustimmung des Parlaments bedürfen.
Die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen sprach von der „Aussicht auf ein gutes Abkommen“. Dieses werde die gemeinsame Sicherheit in der Arktis und im Nordatlantik stärken sowie die Souveränität und das Selbstbestimmungsrecht der Grönländer anerkennen. Grönlands Regierungschef Jens-Frederik Nielsen erklärte, das Abkommen erkenne die Interessen Grönlands an.
Bereits im Februar war in NATO-Kreisen verlautet, die USA könnten ihre Militärpräsenz auf der Insel ausweiten und ein Mitspracherecht bei bestimmten Investitionen erhalten. Ein Abkommen aus dem Jahr 1951 gewährt Washington großen militärischen Spielraum in Grönland. Derzeit unterhalten die Vereinigten Staaten dort vor allem die Pituffik Space Base.
Trump hatte wiederholt ein Raketenabwehrsystem namens „Golden Dome“ für Grönland ins Gespräch gebracht. Ob das neue Abkommen tatsächlich den weitreichenden Zugriff vorsieht, den Trump beansprucht, blieb zunächst unklar.