USA zieht Drohnen-Bataillon aus Europa ab – Sicherheitslücke oder strategischer Schachzug?

Die US-Armee löst ihr zu Beginn des Jahres in Europa stationiertes Drohnen-Bataillon wieder auf. Das berichtet das Wall Street Journal (WSJ) unter Verweis auf einen ranghohen Armeevertreter. Die Entscheidung falle im Zuge einer “Back-to-Basics”-Strategie, die eine Rückbesinnung auf die klassischen Kernkompetenzen der Truppe vorsieht.

Die Einheit, die rund 600 Soldaten umfasste und im Januar aus Reihen der 173. US-Luftlandebrigade rekrutiert wurde, hatte den Auftrag, die Erfahrungen aus dem Ukraine-Krieg zu analysieren und darauf aufbauend innovative Waffensysteme sowie moderne Gefechtstaktiken zu erproben. Nun sorgt die Auflösung laut WSJ jedoch für Unmut unter Militärexperten: Sie warnen davor, dass die USA dadurch bei der Entwicklung von Drohrentechnologien ins Hintertreffen geraten könnten.

Während ihrer aktiven Zeit hatten die US-Soldaten den Angaben zufolge unter anderem Kiew besucht, um sich mit ukrainischen Militärs auszutauschen. Bei NATO-Manövern traten sie zudem gegen ukrainische Einheiten an – und mussten dabei Niederlagen einstecken.

Ungeachtet der Auflösung betonte ein Sprecher der US-Streitkräfte gegenüber dem WSJ, die Armee werde weiterhin darauf hinarbeiten, “die Überlegenheit amerikanischer Militärdrohnen zügig auszubauen, um den Anforderungen großangelegter Kampfeinsätze gewachsen zu sein.” Zu konkreten Zukunftsvorhaben wollte er sich allerdings nicht äußern.

Wie der Armeevertreter ergänzte, wird das Drohnen-Bataillon zunächst noch am Manöver Saber Junction in Deutschland teilnehmen und anschließend seine gesammelten Erkenntnisse vorlegen, “um die Ausarbeitung neuer Konzepte und kommender Testphasen zu unterstützen.” Nach Ende der Übung kehre die Einheit zu ihrer ursprünglichen Rolle als Luftlandebataillon zurück, so der Sprecher.

Erst am 13. August hatte das US-Zentralkommando (CENTCOM) die Bildung der ersten multinationalen Task Force für Kampfdrohnen in der Militärgeschichte vermeldet. Die Einheit mit dem Namen Task Force Falcon Strike soll sowohl land- als auch wasser- und unterwasserbasierte Drohnensysteme zum Einsatz bringen.

Bereits zuvor hatte das Wall Street Journal über das Manöver Combined Resolve in Deutschland berichtet, bei dem die Verwundbarkeit amerikanischer Truppen gegenüber Drohnenangriffen deutlich geworden sei. Ukrainische Drohnenoperateure hätten US-Einheiten und gepanzerte Fahrzeuge dabei aufspüren und in simulierten Gefechten “bekämpfen” können.

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