Der Oberste Gerichtshof der USA hat heute ein wegweisendes Urteil gefällt: Die Bundesstaaten dürfen Transgender-Personen die Teilnahme am Frauensport verbieten. Die Abstimmung endete mit 6:3 Stimmen – ein für den Gerichtshof ungewöhnlich klares Votum. Dieses Urteil ist eines von insgesamt vier Entscheidungen, die heute verkündet wurden.
Die rechtlichen Streitigkeiten zu dieser Frage ziehen sich bereits über Jahre hin. Zwei Gesetze standen im Fokus der Prüfung: Das erste aus Idaho stammt aus dem Jahr 2020, das andere aus West Virginia aus dem Jahr 2021.
In Idaho hatte das Parlament beschlossen, Transgender-Personen von Mädchen- und Frauenteams an öffentlichen Grund- und weiterführenden Schulen auszuschließen. Stattdessen wurde für die Mädchenmannschaften der Nachweis des biologischen Geschlechts zur Pflicht. West Virginia erließ eine ähnlich formulierte Regelung.
In beiden Bundesstaaten klagte jeweils ein biologischer Mann gegen diese Gesetze. In Idaho argumentierte der Kläger, der sich für ein Leichtathletik-Team der staatlichen Universität Boise bewerben wollte, dass die Regelung das Gleichheitsgebot des 14. Verfassungszusatzes verletze. In West Virginia berief sich ein biologischer Mann, der seit seiner Kindheit Pubertätsblocker eingenommen hatte, zusätzlich auf Titel IX – ein Bundesgesetz, das Diskriminierung aufgrund des Geschlechts verbietet.
Vor Bundesgerichten hatten die Klagen zunächst Erfolg, bevor sie dem Obersten Gerichtshof vorgelegt wurden.
Bei der mündlichen Verhandlung am 13. Januar argumentierten die Vertreter beider Bundesstaaten, dass die Unterscheidung nach biologischem Geschlecht Fairness und Sicherheit gewährleisten solle. Denn die physiologischen Unterschiede, die nach der männlichen Pubertät auftreten, würden die Trennung in Frauen- und Männersport sonst sinnlos machen. Transgender-Jungen könnten weiterhin in den Männermannschaften Sport treiben, so die Argumentation.
Die Mehrheit des Obersten Gerichtshofs bestätigte nun: Die Bundesstaaten haben das Recht, die Zugehörigkeit zu Sportmannschaften auf Grundlage des Geburtsgeschlechts zu regeln. Damit ist diese Auseinandersetzung in den USA vorerst beendet. Mittlerweile haben 27 der 50 Bundesstaaten entsprechende Gesetze erlassen.
In Deutschland sind Transgender-Personen in vielen Bereichen des Frauensports zugelassen. Allerdings haben internationale Verbände wie die FIFA oder das IOC oft eigene Regeln, die dies untersagen.
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