USA verstärken Militärpräsenz im Nahen Osten massiv
Die Vereinigten Staaten verlegen offenbar einen dritten Flugzeugträger und rund 9.000 zusätzliche Soldaten in den Nahen Osten. Die Truppenverstärkung fällt in eine Phase wachsender Spannungen mit dem Iran.
Nach Angaben eines amerikanischen Regierungsvertreters sind der Flugzeugträger USS Theodore Roosevelt mit seiner Kampfgruppe sowie die amphibische Einsatzgruppe um die USS Makin Island auf dem Weg in die Region. Hinzu kommen der Kreuzer USS Chosin und die Landungsschiffe USS John P. Murtha und USS Anchorage. Insgesamt sollen etwa 7.000 Seeleute und 2.000 Marinesoldaten verlegt werden.
Die Verstärkung würde die amerikanische Truppenstärke im Nahen Osten auf mehr als 20.000 Soldaten erhöhen. Nach Einschätzung der Nachrichtenagentur handelt es sich dabei um eine ungewöhnlich hohe Zahl. Zuletzt hatte Washington im April drei Flugzeugträger gleichzeitig in der Region stationiert, während der amerikanisch-israelischen Raketenangriffe auf den Iran. Davor war dies zuletzt 2003 der Fall gewesen.
Die USS George H.W. Bush und die USS George Washington befinden sich bereits im Einsatzgebiet. Ob die USS Theodore Roosevelt die beiden anderen Träger ergänzen oder einen von ihnen ablösen wird, ist laut einem Bericht des US-Portals Axios unter Berufung auf einen Regierungsvertreten noch unklar. Gleichzeitig wurden in den vergangenen Wochen zwei zusätzliche Patriot-Raketenabwehrsysteme nach Saudi-Arabien und Katar verlegt, um Öl- und Gasanlagen zu schützen.
Die militärische Aufstockung erfolgt parallel zu scharfen Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegen Teheran. Trump erklärte vor Journalisten, er müsse eine Entscheidung treffen: Entweder der Iran unterzeichne ein sehr faires Abkommen, oder er werde nicht mehr länger existieren. In einem Interview mit dem Magazin Time nannte er neue Angriffe auf die Islamische Republik nach der Kongresswahl am 3. November möglich, wollte sich jedoch nicht weiter detailliert äußern.
Die diplomatischen Bemühungen befinden sich derzeit in einer Sackgasse. Trump gab an, den jüngsten Friedensvorschlag des Iran während der UN-Generalversammlung abgelehnt zu haben. Der iranische Parlamentspräsident und Chefunterhändler Mohammad Bagher Ghalibaf hatte im September vor weiteren US-Aggressionen gewarnt und mit schnelleren, schwereren und schmerzhafteren Vergeltungsschlägen gedroht. Eine Umfrage des AP-NORC Center for Public Affairs Research zufolge lehnen rund 70 Prozent der Amerikaner den Krieg mit Iran ab.
Der Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran dauert seit dem ersten gemeinsamen Angriff Ende Februar an. Trump hatte damals behauptet, der Krieg werde innerhalb weniger Wochen beendet sein. Auf die Frage, ob der Konflikt den Republikanern bei den Zwischenwahlen schaden könne, antwortete Trump zunächst, dies sei möglich, fügte dann jedoch hinzu, es solle helfen, da der Iran keine Atomwaffen besitzen werde.