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In der US-Regierung zeichnen sich unterschiedliche Ansichten im Umgang mit dem Iran-Krieg und Israel ab. Vizepräsident JD Vance übte scharfe Kritik an den israelischen Angriffen im Libanon und warf Israel vor, die von den USA vorangetriebenen Friedensbemühungen zu untergraben. Gleichzeitig äußerte er sich zuversichtlich über die Gespräche mit Teheran und ließ sogar die Möglichkeit einer neuen, engeren Zusammenarbeit durchblicken.
Außenminister Marco Rubio hingegen stellte sich hinter die Militäreinsätze Israels im Libanon und bezeichnete sie als legitime Antwort auf die Angriffe der Hisbollah. Auf die Kritik von Vance ging er nur am Rande ein, betonte stattdessen die Angriffshandlungen der Hisbollah gegen Israel.
Die widersprüchlichen Aussagen verdeutlichen, dass innerhalb der US-Regierung keine vollkommen einheitliche Strategie verfolgt wird – trotz der offiziellen Beteuerung von Geschlossenheit. Dies berichtete Reuters am Freitag.
In den vergangenen Tagen bereiste Marco Rubio die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait und Bahrain, um die Sorgen der US-Verbündeten zu zerstreuen, die das vorläufige Abkommen zwischen den USA und dem Iran als zu nachgiebig gegenüber Teheran betrachten. Er stellte klar, dass er die Golfstaaten nicht um eine Finanzierung des iranischen Wiederaufbaus bitten werde, da ein solcher Schritt “noch in weiter Ferne liege”. Bei einem Treffen mit regionalen Vertretern hob er zudem hervor, dass jede Vereinbarung “absolut bindend” sein müsse und die Interessen der USA und ihrer Verbündeten wahren solle.
Rubios Nahost-Reise war geprägt von einem schärferen Ton gegenüber dem Iran als die jüngsten Äußerungen von Vance oder auch Trump. Der Außenminister erklärte, der Iran dürfe aus der Straße von Hormus keinen Gewinn ziehen – weder durch Mautgebühren noch unter anderer Bezeichnung. Er stellte fest, dass die Golfstaaten solche Zahlungen ablehnten, und warnte: Sollte der Iran Schiffe in der Meerenge bedrohen oder blockieren, “dann werden wir ein Problem haben”.
Das Weiße Haus weist jegliche Berichte über Meinungsverschiedenheiten zwischen Vizepräsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio entschieden zurück. Sprecher betonten, es gebe nur eine Linie – die des Präsidenten – und die gesamte Regierung stehe geschlossen hinter dessen Iran-Politik.
Auch das Außenministerium erklärte, Berichte über Differenzen zwischen Vance und Rubio seien “veraltet und falsch”. Ebenso gebe es keine unterschiedlichen Standpunkte in Bezug auf den Libanon.
Der Analyst Michael Rubin vom Think Tank American Enterprise Institute sieht hingegen deutliche Unterschiede zwischen Vizepräsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio. Beide repräsentierten unterschiedliche außenpolitische Strömungen innerhalb der Republikanischen Partei.
Vance stehe eher für eine skeptische Haltung gegenüber Auslandskriegen und habe sich früher gegen militärische Interventionen ausgesprochen. Rubio hingegen gelte als außenpolitischer “Hardliner”, der im Senat eine konfrontative Linie gegenüber Ländern wie Iran, Russland und Kuba verfolgt habe.
Eine Reuters-Umfrage zeigt zudem, dass nur 52 % der Republikaner glauben, der aktuelle Iran-Konflikt habe die USA gestärkt – ein Indiz für die tiefe Spaltung innerhalb der Partei.
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