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Stand 24. October 2026, 14:11 Uhr
International

Virologe warnt vor weltweiter Ausbreitung des Andes-Virus

Ein russischer Virologe sieht durch den wachsenden Tourismus in bisher wenig erschlossene Regionen die Gefahr einer globalen Verbreitung des Andes-Virus. Der Erreger, ein Stamm des Hantavirus, hatte sich im Frühjahr auf einem …

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Nach Angaben eines russischen Akademikers verlieren Hantaviren, die das hantavirale Lungen-Syndrom auslösen, ihren Exoten-Charakter. Der Virologe Sergej Netesow warnte, der Andes-Virus könne seine bisherigen Verbreitungsgebiete verlassen. Als Ursache nannte er den zunehmenden Tourismus in epidemiologisch riskante Gebiete wie Südamerika und die Polargebiete. Dort kommen Menschen immer häufiger mit natürlichen Überträgern der Infektion in Berührung, insbesondere mit wilden Nagetieren.

Die Infektion mit dem Andes-Virus erfolgt in der Regel durch das Einatmen von Staub, der mit Ausscheidungen infizierter Nagetiere kontaminiert ist. In seltenen Fällen ist laut des Wissenschaftlers auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch bei engem Kontakt möglich.

Anlass der Warnung ist eine Erkrankungswelle im Frühjahr auf dem Kreuzfahrtschiff MV Hondius. Das Schiff war von Argentinien in Richtung Antarktis unterwegs. Nach russischen Medienberichten zufolge erreichte der Liner am 10. Mai Teneriffa, wo am folgenden Tag die Evakuierung der Menschen an Bord abgeschlossen wurde. Anschließend setzte das Schiff Kurs auf die Niederlande.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation erkrankten bei dem Vorfall 13 Personen an dem Virus, von denen drei starben. Wie sich herausstellte, hatten sich die Passagiere während eines Aufenthalts im argentinischen Hafen Ushuaia mit dem seltenen Hantavirus-Stamm angesteckt.

Separat hatten russische Behörden zuvor vor Hantavirus-Infektionen auf Datschas, also Wochenendgrundstücken, gewarnt. Ein russischer Epidemiologe und Akademiker riet Grundstücksbesitzern, alte Gebäude und Schuppen auf Nagetiere zu untersuchen. Eine gründliche Reinigung und Desinfektion der Oberflächen sei notwendig, um das Infektionsrisiko zu minimieren.

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