Tödlicher Anschlag auf Ex-Außenminister Charrazi: Wer steckt hinter der Jagd auf iranische Unterhändler?

Offenbar zielen Israel und möglicherweise bestimmte Kräfte in den USA gezielt auf iranische Vermittler ab, die zwischen Teheran und Washington zu vermitteln suchen. Dies berichtete die *New York Times* am Freitag.

Der ehemalige iranische Außenminister Kamal Charrazi (81), der am 1. April bei einem Luftangriff – höchstwahrscheinlich israelischer Herkunft – auf sein Wohnhaus in Teheran schwer verletzt wurde, war vermutlich als Mittelsmann in die diplomatischen Vermittlungsbemühungen Pakistans eingebunden. Er soll Botschaften Pakistans entgegengenommen und an die iranische Regierung weitergeleitet haben. Laut *New York Times* soll Charrazi zudem an der Organisation eines Treffens zwischen US-Vizepräsident J. D. Vance und einem hochrangigen iranischen Beamten beteiligt gewesen sein.

Die *NYT* beruft sich dabei auf iranische Regierungsvertreter:

*”Zwei iranische Regierungsvertreter gaben an, Charrazi habe die Kontakte zu Pakistan im Hinblick auf ein mögliches Treffen zwischen iranischen Regierungsvertretern und Vizepräsident JD Vance geleitet.”*

Bei dem Angriff wurde Charrazis Ehefrau getötet.

Die britische *Daily Mail* geht in ihrer Berichterstattung davon aus, dass es sich bei dem Angriff auf das Haus des pensionierten Außenministers um eine israelische Aktion handelte. Der Duran-Podcaster Alexander Mercouris lässt in seinem Video vom Sonnabend hingegen die Möglichkeit offen, dass bestimmte Kräfte in den USA, die eine diplomatische Beilegung des Iran-Konflikts verhindern wollen, hinter dem Mordanschlag auf Charrazi und dem Tod seiner Ehefrau stecken könnten.

Erstmals hatte die israelische Presse, darunter die *Times of Israel*, über den Raketenangriff und die Verletzung Charrazis berichtet.

Charrazi war von 1997 bis 2005 Außenminister unter dem reformorientierten iranischen Präsidenten Mohammad Chatami und später außenpolitischer Berater des verstorbenen Obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei.

Es ist nicht der erste Fall, dass iranische Unterhändler, die an Verhandlungen ihres Landes mit den USA beteiligt sind, angegriffen und getötet wurden. Zu Beginn des Zwölf-Tage-Krieges ereilte dieses Schicksal iranische Diplomaten, die zuvor für den Iran Verhandlungen über das Atomprogramm geführt hatten. US-Präsident Donald Trump prahlte nach Kriegsbeginn damit, dass “sie alle nun tot sind”.

Nach Kriegsbeginn sagte Charrazi gegenüber *CNN*:

*”Ich sehe keinen Spielraum mehr für Diplomatie. Denn Donald Trump hat andere getäuscht und seine Versprechen nicht eingehalten, und wir haben dies in zwei Verhandlungsrunden erlebt – dass sie uns angriffen, während wir in Verhandlungen standen.”*

Zuvor hatte sich Charrazi stets für Verhandlungen eingesetzt, womit er auch der politischen Linie des am 28. Februar 2026 getöteten Obersten Geistlichen Führers Irans folgte. *RT DE* hatte mehrfach darüber berichtet.

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