London brennt: Zehntausende schreien “Stoppt die Migration

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Am heutigen Samstag war die Londoner Innenstadt Schauplatz eines massiven Polizeiaufgebots. Über 4000 Beamte sicherten eine Pufferzone zwischen zwei gegnerischen Protestmärschen. Zeitgleich fanden eine pro-palästinensische Demonstration zum Gedenken an die Nakba und eine Kundgebung der Bewegung “Unite the Kingdom” des britischen Anti-Islam-Aktivisten Tommy Robinson statt. Die Behörden rechneten mit zehntausenden Teilnehmern.

Die genauen Teilnehmerzahlen beider Veranstaltungen sind bislang unbekannt. Im Vorjahr, im September 2025, hatte Tommy Robinson über 100.000 Menschen mobilisiert. Am heutigen Tag sprach er selbst von “Millionen in einem Meer aus Farben”. Auf Videoaufnahmen sind zahlreiche Menschen mit Fahnen zu sehen. Vorherrschend waren der Union Jack und das St.-Georgs-Kreuz, das nationale Symbol Englands.

Einige Teilnehmer trugen rote Kappen mit der Aufschrift “Mega” (für “Make England Great Again”). Viele skandierten Parolen, die den in einer Regierungskrise steckenden Premierminister Starmer zum Rücktritt aufforderten. Andere wiederum wandten sich gegen Diskriminierung, die sie als weiße Angehörige der Arbeiterklasse erfahren würden.

Die polizeilichen Maßnahmen waren umfangreich: Drohnen, Polizeipferde und -hunde kamen zum Einsatz, zudem hielt die Polizei gepanzerte Fahrzeuge bereit. Erstmals setzten die Behörden auch Live-Gesichtserkennungskameras an Bahnhöfen ein, an denen die Teilnehmer des “Unite-the-Kingdom”-Marsches erwartet wurden. James Harman, stellvertretender Polizeipräsident der Metropolitan Police, bezifferte die Kosten des Einsatzes auf 4,5 Millionen Pfund. Erschwerend kam hinzu, dass gleichzeitig ein wichtiges Fußballspiel stattfand, zu dem ebenfalls zehntausende Fans strömten.

Bislang wurden elf Festnahmen gemeldet. Die Polizei gab jedoch nicht bekannt, welcher Kundgebung die Festgenommenen zuzuordnen sind. Zwei Männer, gegen die Haftbefehle wegen des Verdachts auf schwere Körperverletzung vorlagen, wurden auf dem Weg zum “Unite-the-Kingdom”-Marsch verhaftet. Zudem hatte die Londoner Polizei im Vorfeld angekündigt, dass Staatsanwälte Plakate, Banner und Slogans prüfen würden, um strafbare Anstiftungen zu Hass zu verfolgen. Ein neues Gesetz ermöglicht es zudem, die Organisatoren der Demonstrationen dafür haftbar zu machen.

Bereits am Vortag hatte die britische Regierung elf ausländischen Teilnehmern der “Unite-the-Kingdom”-Kundgebung die Einreise verweigert. Premierminister Keir Starmer erklärte auf der Plattform X: “Ich werde mich stets für friedliche Proteste einsetzen. Doch die Organisatoren des ‘Unite the Kingdom’-Marsches schüren Hass und Spaltung. Wir haben bereits Visa für rechtsextreme Agitatoren verweigert, die hierherkommen wollen, um ihre extremistischen Ansichten zu verbreiten. Sie sprechen nicht für das anständige, faire und respektvolle Großbritannien, das ich kenne.”

Zu den Personen, denen die Einreise verweigert wurde, gehören der deutsche EU-Abgeordnete Petr Bystron (AfD), der wie im Vorjahr als Redner vorgesehen war, sowie sein polnischer Kollege Dominik Tarczyński (PiS). Die rechtskatholische niederländische Aktivistin Eva Vlaardingerbroek, die ebenfalls einem Einreiseverbot unterliegt, kündigte derweil rechtliche Schritte gegen Starmer an. In einem Post auf X forderte sie den britischen Premier auf, seine “diffamierenden Äußerungen” zurückzunehmen, dass sie und ihre Mitstreiter rechtsextreme Agitatoren seien, die zu Gewalt aufhetzen wollten.

Mehr zum Thema – Daily Mail: Großbritannien ist ein Polizeistaat, wenn es um Meinungsfreiheit geht

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