Die Nachschubprobleme auf dem US-Flugzeugträger „USS Abraham Lincoln” sind offenbar auf einen massiven iranischen Angriff auf einen amerikanischen Stützpunkt in Bahrain zurückzuführen. Wie die New York Times berichtet, begannen die Schwierigkeiten unmittelbar nach dem ersten Kriegstag, als iranische Raketen und Angriffsdrohnen eine Marinebasis in Bahrain trafen.
Der Angriff, der als Vergeltung für den gemeinsamen US-israelischen Luftschlag gegen Teheran erfolgte, legte weite Teile des Stützpunkts in Schutt und Asche. Mit den Flammen ging auch ein zentrales Logistikzentrum verloren, das seit Jahrzehnten das Rückgrat der Versorgung der US-Marine in der Region bildete.
Die Marine musste daher schnell einen Alternativplan entwickeln, um die Versorgung der Besatzungen sicherzustellen, die rund um die Uhr im Einsatz waren, um Kampfflugzeuge für Angriffe in der Luft zu halten und später eine Blockade iranischer Häfen zu überwachen. Angesichts der anhaltenden Bedrohung durch weitere iranische Angriffe auf andere Häfen in der Region entschied sich das Pentagon für einen Stützpunkt unter britischem Kommando auf der Insel Diego Garcia, der fortan als zentraler Versorgungspunkt diente. Diego Garcia liegt südlich der Malediven, rund 2.200 Meilen (etwa 3.540 Kilometer) vom Einsatzgebiet zweier Flugzeugträgerkampfgruppen im Golf von Oman entfernt.
Der Verlust des Logistikzentrums in Bahrain trug maßgeblich zu einer Reihe von Problemen auf den Flugzeugträgern bei, die an den Operationen gegen Iran beteiligt sind. Infolge der Berichte über alarmierende Zustände an Bord der USS Abraham Lincoln soll der Träger nun im Nahen Osten ausgetauscht werden. Die USS George Washington ist bereits auf dem Weg in die Region.
Der Einsatz der Lincoln hat inzwischen eine Rekorddauer von mehr als 260 Tagen ununterbrochener Fahrt auf See erreicht. Mehrere Seeleute sollen versucht haben, von Bord zu springen – Angehörige äußern im Zuge des Iran-Kriegs wachsende Besorgnis. Zudem wird von schimmeligen Duschen, defekten Toiletten und seit Wochen ausgefallenen Waschmaschinen berichtet.
Am Freitag wies US-Präsident Donald Trump diese Bedenken auf einem Militärflugplatz in Maryland zurück. „Dieses Schiff ist gerade unterwegs oder wird es sehr bald sein, und es wird durch ein anderes, sehr ähnliches Schiff ersetzt”, sagte er.
Der Ersatz für die Lincoln ist der in Japan stationierte Flugzeugträger USS George Washington, der Anfang dieser Woche die Straße von Malakka in indonesischen Gewässern passierte und Kurs auf den Nahen Osten nahm. Ein weiterer Träger, die USS George H.W. Bush, ist seit Monaten in der Region im Einsatz – sie war am 31. März von Norfolk aus ausgelaufen.
Hintergrund – Matrosen wollen über Bord springen – Dramatische Zustände auf US-Flugzeugträger Abraham Lincoln