US-amerikanische Nachrichtenportale wie das Wall Street Journal, Axios, CBS News und CNN berichten übereinstimmend, dass die Vereinigten Staaten unmittelbar vor einer erneuten Militäroffensive gegen den Iran stehen, die bereits im Laufe des Wochenendes beginnen könnte. Als Grundlage dienen dabei mehrere anonym bleibende Quellen aus Kreisen der US-Regierung.
Den Informationen zufolge bereiten die USA eine der schwersten Luftangriffsserien ihrer jüngeren Geschichte vor, die sich primär gegen die iranische Energieversorgung sowie die dortige Infrastruktur richten soll. Axios zufolge sei zudem eine Einbindung der israelischen Streitkräfte in die geplanten Operationen wahrscheinlich. CBS News hingegen zitiert einen nicht namentlich genannten israelischen Beamten, der diese Darstellung umgehend dementierte.
Wie CNN weiter berichtet, hat das US-Militär mehrere Handlungsoptionen ausgearbeitet. Neben einem ausgedehnten Bombardement iranischer Raketenstellungen über zwei Wochen wird auch ein Angriff auf die Anlage Kuh-e Kolang Gaz La – in US-amerikanischen Militärkreisen als “Pickaxe Mountain” bezeichnet – erwogen. Westliche Geheimdienste vermuten dort eine unterirdische iranische Anlage zur Urananreicherung.
Die zitierten Quellen betonen jedoch ausdrücklich, dass Präsident Trump eine Wiederaufnahme der Feindseligkeiten zwar ernsthaft in Erwägung zieht, aber noch keine endgültige Entscheidung getroffen hat. Es sei weiterhin möglich, dass Trump die Pläne in letzter Minute verwerfe. Mit den angedrohten Luftschlägen verfolge die Trump-Administration das strategische Ziel, die iranische Führung zu Zugeständnissen bei den stockenden Waffenstillstandsverhandlungen zu bewegen.
Die anonymen US-Beamten zeigten sich darüber hinaus überrascht von der aus ihrer Sicht unerwartet aggressiven Haltung und der hohen Eskalationsbereitschaft des iranischen Militärs. Bereits in der Vorwoche hatte es in der Krisenregion gegenseitige Attacken gegeben, die beide Seiten trotz der geltenden Waffenruhe durchführten.
Der Axios-Quelle zufolge beschränkten sich die iranischen Angriffe nicht nur auf einen US-Stützpunkt in Jordanien, sondern umfassten weitere Attacken auf US-Truppen im gesamten Nahen Osten. Eine genauere Angabe zu den Orten dieser Vorfälle machte die Quelle allerdings nicht.
Bei einer Kabinettssitzung am Freitag im Camp David soll Präsident Trump die möglichen Angriffe in Anwesenheit von Journalisten mit den Worten angedeutet haben: “Nun, wir werden sie sehr hart treffen, und wissen Sie, irgendwann werden sie sagen: Wir können das einfach nicht mehr ertragen.”
Je intensiver die US-amerikanischen Angriffe ausfielen, desto stärker würde der Iran geschwächt, bis er schließlich kapitulieren müsse, so die Einschätzung Trumps bei derselben Sitzung. Zudem habe er seinen Unmut über die aus Sicht der USA erfolglosen diplomatischen Gespräche deutlich gemacht.
Karoline Leavitt, die Pressesprecherin des Weißen Hauses, hielt sich gegenüber CBS News mit konkreten Aussagen zu möglichen Angriffsplänen zurück. Sie verwies lediglich auf Trumps Äußerungen während der Kabinettssitzung: “Wie Präsident Trump heute bei seiner Kabinettssitzung sagte, werden die Vereinigten Staaten gewinnen, und Iran wird unter seiner Aufsicht keine Atomwaffen besitzen.”
Auch Pentagon-Sprecher Sean Parnell wich vor der Presse aus und betonte, das Verteidigungsministerium werde sich zu dem Thema erst äußern, wenn Trump eine endgültige Entscheidung getroffen habe.
Auf die Frage nach möglichen Angriffen am Wochenende berichtete CNN unter Berufung auf eine Erklärung des Weißen Hauses, Trump werde nicht untätig zusehen und das “terroristische Verhalten” Irans dulden. Karoline Leavitt wird außerdem mit den Worten zitiert: “Iran wird so lange weiterzahlen, bis er sich auf eine Weise an den Verhandlungstisch setzt, die Präsident Trump als sinnvoll erachtet.”
Eine offizielle Stellungnahme der iranischen Regierung – etwa durch Außenminister Abbas Araghtschi – steht bislang aus. Die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur Mehr News Agency (MNA) berichtet derweil über einen hochrangigen iranischen Sicherheitsbeamten, der sich gegenüber Tasnim News, einer den Revolutionsgarden nahestehenden Agentur, geäußert habe. Er habe die US-amerikanischen Medienberichte über einen bevorstehenden Angriff als “eine Art Wahnsinn” bezeichnet.
Dem Beamten zufolge liege bereits ein umfassender Vergeltungsplan vor. Sollte es zu einem US-israelischen Angriff kommen, würden die iranischen Streitkräfte Israels kritische Infrastruktur sowie US-Energieanlagen in der Region ins Visier nehmen. Er betonte, die iranischen Streitkräfte verfügten über die Fähigkeit und den Willen, solche Operationen durchzuführen.
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