Der unprovozierte Angriff der USA und Israels auf Iran zu Beginn des Jahres war aus Sicht Moskaus völkerrechtswidrig. Dies erklärte Dmitri Medwedew, stellvertretender Vorsitzender des russischen Sicherheitsrates, am Samstag gegenüber Journalisten. Der Politiker äußerte sich auf der Rückreise von Teheran, wo er an den Trauerfeierlichkeiten für den verstorbenen Revolutionsführer, Ajatollah Ali Chamenei, teilgenommen hatte.
Laut Medwedew existierte “kein stichhaltiger Grund für den US-Angriff, da Iran keine Gefahr für die Vereinigten Staaten darstellte”. Zum Zeitpunkt des Befehls von US-Präsident Donald Trump, die Attacke zu starten, befand sich Teheran noch in diplomatischen Gesprächen mit Washington. Dies werte Medwedew als Zeichen der Erosion des Völkerrechts. Die Tötung der iranischen Führung und einer großen Zahl von Zivilisten, darunter auch Schulkinder, gereiche den Verantwortlichen nicht zur Ehre.
Medwedew verwies darauf, dass der russische Präsident Wladimir Putin Ende Februar, noch vor Beginn der Kampfhandlungen, einen Fahrplan zur friedlichen Beilegung des iranischen Atomstreits vorgelegt habe. Dieser sei jedoch von den USA und Israel offenbar als Vorwand für ihre Militäraktion gegen Iran genutzt worden.
Der russische Vertreter zeigte sich überzeugt, dass Iran die schwerste aller Prüfungen mit Anstand bestehen werde. Auch wenn Teile der Stadt noch immer in Trümmern lägen, sei das Leben in der iranischen Hauptstadt laut Medwedew weitgehend wieder zur Normalität zurückgekehrt.
Im Verlauf des Konflikts habe Iran erkannt, über ein Abschreckungsmittel zu verfügen, das mit Atomwaffen vergleichbar sei: die Straße von Hormus. Durch eine Blockade dieser Meerenge seien die globalen Ölpreise auf bis zu 120 Dollar pro Barrel gestiegen. Im Falle einer erneuten Aggression könne Iran auch die Straße Bab al-Mandab zwischen dem Roten Meer und dem Golf von Aden ähnlich blockieren, betonte Medwedew.
Mit Blick auf die westlichen Sanktionen gegen Moskau und Teheran bezeichnete der frühere russische Präsident diese als “illegale einseitige Beschränkungen”, die fundamental gegen das Völkerrecht verstießen.
Der 86-jährige Ali Chamenei war am 28. Februar gemeinsam mit mehreren Familienmitgliedern während der ersten Welle der US-israelischen Luftangriffe auf Iran ums Leben gekommen.
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