Obwohl eine Waffenruhe vereinbart wurde und weiterhin formal gilt, erschüttern immer wieder militärische Zwischenfälle den Süden Libanons. Die israelische Armee (IDF) und die Hisbollah beschuldigen sich dabei gegenseitig, die Abmachung zu brechen. Arabische Nachrichtenagenturen melden nun den erneuten Tod einer Journalistin, der durch israelische Streitkräfte verursacht worden sein soll. Laut lokalen Behörden wurde die 42-jährige Amal Khalil, die für die Zeitung Al-Akhbar arbeitete, gestern bei einem Angriff getötet. Eine Kollegin konnte verletzt aus den Trümmern eines bombardierten Hauses gerettet werden.
Die Vereinten Nationen bezifferten im vergangenen Jahr die Zahl der im Gazastreifen getöteten Journalistinnen und Journalisten auf mindestens 242 – eine alarmierende Zahl, die unterschiedliche Nationalitäten umfasst.
Seit dem 28. Februar haben sich die anhaltenden und schweren Militäroperationen der israelischen Armee auf den Südlibanon und den Iran ausgedehnt. Das Portal Beirut Today berichtet nun über das jüngste Opfer, das während seiner Berichterstattung getötet wurde. Dazu heißt es:
“Die 42-jährige Reporterin Amal Khalil wurde bei einem israelischen Luftangriff im Südlibanon getötet, als sie gemeinsam mit der Fotografin Zeinab Faraj vor Ort berichtete.”
Ein zweiter, unmittelbar folgender Angriff galt offenbar der Kollegin der Getöteten, einer Fotografin. Arabische Agenturen berichten, dass bei einem späteren Luftangriff auf ein Gebäude im gleichen Dorf eine Journalistin verletzt und unter den Trümmern begraben wurde. Sie wurde mit schweren Verletzungen geborgen und in ein Krankenhaus gebracht.
Eine Kollegin von Al-Jazeera wird mit folgenden Worten zitiert:
“Amal Khalil und Zeinab Faraj waren zu dem Ort gefahren, an dem zuvor ein israelischer Drohnenangriff auf ein Auto stattgefunden hatte, bei dem Berichten zufolge zwei Zivilisten in der Stadt at-Tiri getötet wurden.”
Nach Bekanntwerden des Vorfalls erklärte die israelische Armee, “man habe zwei Fahrzeuge identifiziert, die aus einem von der pro-iranischen Hisbollah-Miliz genutzten Gebäude kamen”. In der Mitteilung wiederholte die IDF ihre Rechtfertigung, ausschließlich “gegen Terroristen zu kämpfen, die sich auf bedrohliche Weise israelischen Bodentruppen genähert hätten”.
Dieser Vorfall ereignet sich zu einem Zeitpunkt, an dem, so israelische Medien, “die Hoffnung vor den neuen Gesprächen zwischen Israel und dem Libanon in Washington auf eine Verlängerung der fragilen Waffenruhe wächst”. Laut der Times of Israel soll bei dem Treffen am Donnerstag der nächsten Woche “eine einmonatige Fortsetzung der Feuerpause vorgeschlagen werden”. Der derzeitige Waffenstillstand läuft am Sonntag aus.
Das libanesische Gesundheitsministerium erklärte laut Al Jazeera zu dem jüngsten Vorfall, Israel “habe die Journalisten ‘verfolgt’, indem es das Gebäude, in dem sie Zuflucht gesucht hatten, ‘ins Visier genommen’ habe”.
In dieser Woche griff die israelische Armee zudem erneut Ziele in Gaza an. Ein israelischer Luftangriff habe dabei, so der Zivilschutz von Gaza, “eine Gruppe von Zivilisten im Norden des Gazastreifens getroffen und mindestens fünf Palästinenser getötet”, darunter drei Kinder, wie lokale Gesundheitsbehörden am späten Mittwoch mitteilten.
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