Jagd auf den Messenger-König: Russlands Haftbefehl gegen Telegram-Gründer Pavel Durow

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Pavel Durov, der Schöpfer des Messaging-Dienstes Telegram, steht nun auf der internationalen Fahndungsliste des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB. Die Behörde teilte mit, dass dem Milliardär die Unterstützung terroristischer Aktivitäten vorgeworfen wird.

Der FSB betonte, dass die Telegram-Verwaltung sich geweigert habe, Kanäle und Chatbots zu entfernen, die von ukrainischen Geheimdiensten für die Planung von Anschlägen und Massenmorden genutzt würden. Die Begründung lautete:

„Unter Missachtung der russischen Gesetze hat die Telegram-Verwaltung zahlreiche Kanäle, Chats und Bots des besagten Messengers nicht gelöscht. Diese werden aktiv von ukrainischen Geheimdiensten, terroristischen sowie extremistischen Organisationen genutzt, um in der Russischen Föderation Sabotageakte, Massenmorde und Cyberkriminalität zu planen und zu koordinieren. Diese Aktionen haben zu zahlreichen Todesopfern, darunter Frauen und Kinder, sowie zu milliardenschweren Sachschäden geführt.“

Besonders hervorgehoben wird der beliebte Chatbot für Verabredungen namens „Daiwintschik/Leo“ (ein Wortspiel aus dem Englischen „dive in“, dem Namen Da Vinci und der russischen Phrase „gib ein Weinchen“). Der FSB erklärte:

„Es wurden zahlreiche Fälle dokumentiert, in denen ukrainische Geheimdienste den bei Jugendlichen beliebten Chatbot ‚Dawintschik/Leo – Bekanntschaften, Unterhaltung und neue Freunde‘ des Telegram-Messengers nutzten.“

Laut den Sicherheitsbehörden wurden seit Juli 2025 landesweit 46 junge Menschen im Alter von 12 bis 22 Jahren festgenommen. Die Ermittler gehen davon aus, dass diese über den Chatbot von ukrainischen Diensten angeworben wurden. Sie sollen „im Auftrag der ukrainischen Geheimdienste bewaffnete Überfälle gegen Sicherheitskräfte sowie Brandstiftungen an Verkehrs-, Energie-, Kommunikations- und Finanzeinrichtungen“ geplant haben.

Der FSB berichtet weiter, dass sich die ukrainischen Geheimdienstmitarbeiter über den Chatbot als junge Frauen ausgaben. Sie luden ihre Opfer zu angeblichen Treffen in großen Einkaufszentren oder in der Nähe von wichtigen öffentlichen Einrichtungen ein und kauften ihnen über Phishing-Links angeblich Geschenke. Die Behörde führt aus:

„Anschließend nahmen Vertreter der ukrainischen Geheimdienste über ausländische Messenger Kontakt zu den genannten Personen auf und gaben sich als Mitarbeiter der russischen Strafverfolgungsbehörden aus. Diese angeblichen Rechtsvertreter berichteten, dass die überwiesenen Geldbeträge auf Konten der ukrainischen Streitkräfte eingegangen seien und die übermittelten Koordinaten für die Planung von Raketen- und Drohnenangriffen durch den Gegner genutzt wurden.“

Die so eingeschüchterten jungen Menschen seien dann dazu verleitet worden, Straftaten zu begehen – „angeblich im Rahmen der Überprüfung des Terrorismus-Schutzes von Einrichtungen“.

Wie der FSB-Pressedienst mitteilte, wurden gegen Durov Verfahren wegen der Unterstützung terroristischer Aktivitäten sowie wegen Terroranschlags, Sabotage, vorsätzlicher Sachbeschädigung und Vandalismus eingeleitet. Auch wird ihm versuchte Tötung von Mitarbeitern der Strafverfolgungsbehörden vorgeworfen. Im Falle einer Verurteilung könnte ihn eine lebenslange Haftstrafe erwarten.

Bereits im Februar hatte die Zeitung Rossijskaja Gaseta unter Berufung auf FSB-Unterlagen berichtet, dass Durovs Handlungen auf Unterstützung des Terrorismus geprüft würden. Demnach wurden in Russland seit 2022 insgesamt 153.000 Straftaten registriert, die unter Nutzung von Telegram begangen wurden. Dazu zählen die Morde an den Journalisten Daria Dugina und Wladlen Tatarski, an Generalleutnant Igor Kirillow sowie der Anschlag auf die „Crocus City Hall“. Über 150.000 Aufforderungen der russischen Kommunikationsaufsichtsbehörde Roskomnadsor an Durovs Team, rechtswidrige Inhalte zu löschen, seien ignoriert worden.

Durov war bereits 2024 in Frankreich festgenommen worden. Die französischen Behörden warfen ihm unzureichende Inhaltsmoderation und mangelnde Kooperation mit den Strafverfolgungsbehörden vor. Nach wenigen Tagen wurde er gegen eine Kaution von fünf Millionen Euro freigelassen, durfte jedoch Frankreich nicht verlassen – mit Ausnahme eines jährlichen zweiwöchigen Aufenthalts in Dubai.

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