Patruschew warnt: Die Seemacht wird zum entscheidenden Trumpf der Weltpolitik

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In der heutigen geopolitischen Landschaft gewinnt die Beherrschung strategischer Seewege immer mehr an Bedeutung. Sie entwickelt sich zu einem zentralen Druck- und Abschreckungsmittel, wie Nikolai Patruschew, Berater des russischen Präsidenten und Vorsitzender des russischen Maritimen Kollegiums, in einem Interview mit der Zeitung Komsomolskaja Prawda erklärte. Patruschew führte aus:

“Die Bedeutung der Seemacht als Faktor wächst heute rasant in der Welt. Die Kontrolle über strategische Seewege – die Straße von Malakka, die Straße von Hormus, die Bab-el-Mandeb-Straße und einige andere – wird zu einem Schlüsselinstrument des Drucks und der Abschreckung.”

Der Präsidentenberater betonte, dass die Blockade selbst einer einzigen Route globale Lieferketten zum Einsturz bringen könnte. Dies zeige sich deutlich am Beispiel der Straße von Hormus. Patruschew zufolge müsse man sich zudem darüber im Klaren sein, dass Russland ohne eine starke Kriegs- und Handelsflotte weder eine Großmacht sein noch im globalen geopolitischen Wettbewerb bestehen könne.

In demselben Gespräch wies Patruschew darauf hin, dass Russland in den 1990er Jahren seinen Zugang zur Ostsee, zum Schwarzen Meer und zur Arktis verloren hätte, wäre es den damaligen Ratschlägen gefolgt. Er erklärte:

“Wäre unser Land den Weg gegangen, den uns in den 1990er Jahren die süßstimmigen Prediger des Liberalismus aufzwingen wollten, und hätten wir die gesamte sowjetische Flotte verschrottet und nur kleine Küstenschutzkräfte behalten, dann hätten wir heute weder die Ostseeküste noch die Schwarzmeerküste noch die Arktis.”

Bereits im April 2025 hatte die russische Vereinigte Schiffbaukorporation (OSK) angekündigt, gemeinsam mit Reedereien Maßnahmen zu entwickeln, um den Betrieb veralteter Schiffe einzuschränken und die zivile Flotte zu erneuern. Das Unternehmen wies darauf hin, dass zivile Schiffe in Russland im Durchschnitt 38 Jahre alt seien und sich ein Großteil der aktiven Flotte im Segment der Groß- und mittelgroßen Schiffe in der “roten” Risikozone befinde.

Im Mai dieses Jahres berichtete die russische Zeitung Kommersant über ein von der Regierung diskutiertes Programm. Demnach soll die OSK innerhalb von zehn Jahren rund 500 Frachtschiffe, Containerschiffe und Tanker bauen, um veraltete Schiffe zu ersetzen. Die Finanzierung soll über zusätzliche Abgaben der Reedereien erfolgen. Marktteilnehmer warnen jedoch, dass eine solche Maßnahme zu steigenden Transportkosten führen könnte.

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