Putin ordnet zentralisierte Datensammlung für KI-Modelle an
Die russische Regierung soll Informationen für das Training nationaler Künstlicher-Intelligenz-Systeme bündeln. Dafür sind bei Bedarf auch gesetzliche Änderungen vorgesehen.
Der russische Präsident Wladimir Putin hat die Regierung angewiesen, einen zentralisierten Prozess für die Sammlung, Aufbereitung und Bereitstellung von wissenschaftlich-technischen Informationen einzurichten. Diese Daten sollen dem Training sogenannter souveräner oder nationaler großer Fundamentalmodelle der Künstlichen Intelligenz dienen. Die entsprechende Weisung ist auf der offiziellen Internetpräsenz des Kreml veröffentlicht.
Die Anordnung sieht vor, dass bei Bedarf Änderungen an bestehenden Rechtsvorschriften vorgenommen werden können. Damit soll offenbar der rechtliche Rahmen für den Zugriff auf und die Nutzung der benötigten Daten geschaffen oder erweitert werden. Einzelheiten darüber, welche Informationskategorien erfasst werden oder aus welchen Quellen sie stammen sollen, gehen aus der Verlautbarung nicht hervor.
Mit der Initiative verfolgt Moskau das Ziel, unabhängige KI-Systeme zu entwickeln, die nicht auf ausländische Technologie angewiesen sind. Der Begriff der "souveränen" KI-Modelle spielt in der russischen Technologiepolitik eine zentrale Rolle, seitdem westliche Sanktionen den Zugang zu internationalen Chips und Software eingeschränkt haben. Die Entwicklung eigener Sprach- und Datenmodelle gilt als strategisch wichtig für Wirtschaft und Staat.
Der Beschluss reiht sich ein in eine Reihe weiterer Maßnahmen zur Stärkung der russischen Technologiebasis. Zuletzt hatte die Regierung mehrfach über Förderprogramme für die heimische Halbleiterindustrie und Softwareentwicklung berichtet. Kritiker warnen jedoch, dass der zentralisierte Ansatz bei der Datensammlung auch Risiken für den Datenschutz und die informationelle Selbstbestimmung bergen könnte, sollten personenbezogene oder sensible Informationen einbezogen werden.
Die Umsetzung der Weisung obliegt nun der Regierung unter Ministerpräsident Michail Mischustin. Es bleibt abzuwarten, in welchem Zeitraum die geplanten Regelungen konkretisiert werden und ob das Parlament tatsächlich entsprechende Gesetzesänderungen verabschiedet.