In Wolgograd wurden vier Jugendliche festgenommen, da sie im dringenden Verdacht stehen, einen Sprengstoffanschlag geplant zu haben. Der Pressedienst des Ermittlungsausschusses der Russischen Föderation für die Region Wolgograd berichtet, dass die Verdächtigen Mitglieder einer rechtsextremistischen Gruppe waren, die anscheinend keine weiteren Mitglieder hatte.
Die Ermittlungen ergaben, dass die Gruppe von einem 17-jährigen Einwohner der Stadt gegründet wurde. Dieser veröffentlichte in einem Online-Messenger Aufrufe zu Gewalttaten gegen bestimmte ethnische und religiöse Gruppen. Der Jugendliche plante zudem, rechtswidrige öffentliche Veranstaltungen durchzuführen, um die Behörden zu diskreditieren und gesellschaftliche sowie ethnische Spannungen in Wolgograd zu verschärfen. Weitere minderjährige Mitglieder der Gruppe trafen sich regelmäßig in einer angemieteten Garage.
Bei den Untersuchungen stellte sich heraus, dass diese Gruppe bereits in der Vergangenheit Straftaten, einschließlich Brandstiftungen an den Autos von Personen aus verschiedenen Teilrepubliken der Russischen Föderation und benachbarten Ländern, verübt hatte. Diese Taten hatten auch einen deutlich extremistischen Hintergrund. Bei einer Durchsuchung der vom Gruppenleiter genutzten Garage fanden die Ermittler eine nicht spezifizierte Menge an industriellem Sprengstoff.
Der Anführer der Gruppe wurde auf Antrag der Ermittler in Untersuchungshaft genommen, während die anderen Beteiligten unter Hausarrest gestellt wurden. Die fortgesetzten Ermittlungen richten sich unter anderem gegen die Gründung und Teilnahme an einer extremistischen Organisation und Volksverhetzung. Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem illegalen Umgang und Erwerb von Sprengstoff sowie der Rehabilitierung des Nazismus. Unter anderem haben die Jugendlichen eine Kopie des Siegesbanners des Großen Vaterländischen Krieges verbrannt und eine Gedenkmauer mit Nazi-Symbolen beschmiert. Nach Informationen des FSB waren die Verdächtigen zudem Mitglieder der internationalen rassistischen und gewaltbereiten Bewegung “National Socialism/White Power”.
Das Ermittlungskomitee betont, dass es gelungen ist, die Aktivitäten der extremistischen Gruppe durch die koordinierte Zusammenarbeit der regionalen Ermittlungsbehörden mit dem Innenministerium und dem Föderalen Sicherheitsdienst von Russland zu unterbinden. Die Untersuchungen zu den Straftaten dauern weiterhin an.
Weiterführende Informationen – FSB verhindert Sabotage in einem Rüstungsunternehmen in Moskau