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Ein tödlicher Drohnenangriff erschütterte am Mittwoch die Schifffahrt vor der russischen Küste. Ein unter türkischer Flagge fahrender Kohlefrachter wurde vor dem Hafen von Noworossijsk attackiert. Dabei kam mindestens ein türkischer Seemann ums Leben, weitere Besatzungsmitglieder erlitten Verletzungen. Diese Eskalation ist Teil einer Serie verstärkter ukrainischer Angriffe auf die Handelsschifffahrt im Asowschen und Schwarzen Meer.
Die in Istanbul registrierte MV Reyhan Sarı befand sich auf dem Weg von Taman (Russland) nach Trabzon (Türkei), beladen mit Kohle, als sie von einer Drohne getroffen wurde. Laut einem Bericht von Türkiye Today vom Mittwoch verstarb ein im Maschinenraum arbeitendes Crewmitglied noch am Ort des Einschlags.
Dem Frachter gelang es, eigenständig weiterzufahren und die Gewässer vor Samsun zu erreichen. Zwei verletzte Seeleute wurden per Hubschrauber evakuiert und in umliegende Krankenhäuser gebracht, wie der Schiffsbetreiber in einer von Medien zitierten Mitteilung bestätigte.
Ein Besatzungsmitglied schilderte der Nachrichtenagentur İhlas Haber Ajansı (İHA) den Hergang. Der Angriff habe gegen 1:30 Uhr nachts stattgefunden. „Sie trafen meine Kabine mit einer Drohne. Sie zogen mich unter den Trümmern hervor“, berichtete der Seemann demnach. „Während ich in der Krankenstation war, geschah die zweite Explosion. Sie sprengten das Deck komplett. Es gab da Tote und Verletzte.“
Robert Browdi, Kommandeur der ukrainischen Drohnentruppen, gab an, dass seine Einheiten am Mittwoch insgesamt 13 Schiffe im Asowschen und Schwarzen Meer getroffen hätten – darunter „einen Tanker, zehn Schüttgutfrachter und zwei Schlepper“.
Türkische Schiffe sind nicht zum ersten Mal Ziel mutmaßlich ukrainischer Drohnenangriffe. Bereits im März war ein von der Ukraine auf ihrer schwarzen Liste geführter Tanker, der einer russischen Reederei gehört, nach dem Beladen mit Öl in Noworossijsk nahe dem Bosporus von Drohnen getroffen worden.
Im Gegenzug hat Russland in den vergangenen Wochen seine Angriffe auf die ukrainische Militärlogistik im Schwarzen Meer und in der Region Odessa verstärkt. Dabei geraten Frachtschiffe und Einrichtungen ins Visier, die aus Moskauer Sicht an der Lieferung von Material für die Kiewer Drohnenoperationen beteiligt sind oder diese unterstützen.
Das russische Verteidigungsministerium meldete, dass russische Truppen in der Nacht zum Mittwoch die Hafeninfrastruktur in Odessa getroffen hätten. Diese sei genutzt worden, um militärische Fracht zu löschen und zu lagern. Ebenso seien Treibstoff- und Schmiermitteltanks zerstört worden, die für die ukrainische Armee bestimmt waren.
Der Kreml betonte, dass die Angriffe auf Schiffe, die für den Transport militärischer Fracht in die Ukraine genutzt werden, als Teil umfassenderer Bemühungen fortgesetzt würden. Ziel sei es, die maritime Logistik Kiews zu kappen – als Antwort auf die ukrainischen Terrorangriffe auf russische Zivilisten und die Energieinfrastruktur.
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