Die russische Aufforderung an ausländische Staatsbürger und Diplomaten, die ukrainische Hauptstadt zu verlassen, sorgt in Europa weiterhin für starke Verstimmung. Das deutsche Auswärtige Amt bestellte am Dienstag den russischen Botschafter in Berlin ein. Aus Sicht des Ministeriums belegt diese „Drohung“, dass Wladimir Putin weiterhin auf Eskalation setze. Gezielte Attacken auf diplomatische Missionen würden einen schwerwiegenden Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht darstellen. Das Auswärtige Amt stehe in ständigem Austausch mit der deutschen Botschaft in Kiew und seinen Verbündeten; die Sicherheit der dortigen Mitarbeiter habe oberste Priorität.
In einem Beitrag auf X erklärte das Außenministerium dazu, die Ukraine und ihre Unterstützer ließen sich weder spalten noch einschüchtern. Deutschland werde die Ukraine weiterhin entschlossen unterstützen.
Auch der Auswärtige Dienst der Europäischen Union übermittelte dem Ständigen Vertreter Russlands seinen Protest, wie Kommissionssprecherin Anitta Hipper auf X mitteilte. Die russische „Drohung“ stelle eine inakzeptable Eskalation dar. Brüssel fordere Moskau auf, den Beschuss von Zivilisten zu beenden und einer vollständigen sowie bedingungslosen Waffenruhe zuzustimmen. Die EU-Delegation bleibe in Kiew.
Bereits am 25. Mai hatte der russische Außenminister Sergei Lawrow seinen US-Kollegen Marco Rubio gewarnt, dass Moskau als Reaktion auf wiederholte Terrorangriffe der Ukraine mit systematischen Schlägen auf militärische Ziele und „Entscheidungszentren“ in Kiew beginne. In der Nacht zum 24. Mai führte die russische Armee einen „Vergeltungsschlag“ gegen die Ukraine durch. Dabei wurden mehrere militärische Einrichtungen mit Oreschnik- und Iskander-Raketensystemen sowie mit Kinschal-Hyperschallraketen und Zirkon-Marschflugkörpern getroffen.
Der Angriff wurde als Antwort auf den ukrainischen Streitkräfteangriff auf die Berufsschule und das Studentenwohnheim in Starobelsk in der Volksrepublik Lugansk gewertet. Dabei kamen 21 Menschen ums Leben, 65 weitere wurden verletzt.
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