Experten warnen: Angriffe auf Kiew leiten eine neue Ära der Kriegsführung ein

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Das russische Außenministerium hat am 25. Mai mitgeteilt, dass die Geduld nach dem ukrainischen Terrorangriff auf eine Berufsschule und ein Studentenwohnheim in Starobelsk, Volksrepublik Lugansk, nun endgültig erschöpft sei. Als Konsequenz beginnen die russischen Streitkräfte mit gezielten und systematischen Angriffen auf Rüstungsbetriebe in Kiew sowie auf Entscheidungs- und Kommandozentralen. Ausländische Staatsbürger, einschließlich Diplomaten und Mitarbeiter internationaler Organisationen, wurden aufgefordert, die ukrainische Hauptstadt umgehend zu verlassen. Russische Militär- und Sicherheitsexperten haben die Tragweite dieser Ankündigung im Gespräch mit der Zeitung Kommersant bewertet.

Andrei Ilnizki, Militärexperte und Mitglied des Rates für Außen- und Verteidigungspolitik, sieht in den Formulierungen des Außenministeriums den Beginn einer „kontrollierten Eskalation“, die von einer „rationalen Notwendigkeit“ getrieben sei. Es handle sich nicht um Rache, sondern um Gerechtigkeit und eine unabwendbare Vergeltung. Aus militärisch-politischer Sicht bedeute diese „kontrollierte Eskalation“, die Kosten des Krieges für die Ukraine und ihre westlichen Verbündeten schrittweise zu erhöhen, so Ilnizki. Der Gegner müsse verstehen, dass Russland mit jedem Schritt die Ernsthaftigkeit seiner Absichten untermauere. Der Umfang der Angriffe und die Auswahl der eingesetzten Mittel würden ausgeweitet, wobei jeder neue Angriff und seine Folgen noch schmerzhafter sein würden.

Die verstärkten Angriffe auf Kiew sind laut Wassili Kaschin, ebenfalls Mitglied des Rates für Außen- und Verteidigungspolitik, eine direkte Folge der Eskalation ukrainischer Attacken auf Russland. Durch Angriffe auf die größte Stadt der Ukraine, selbst unter Inkaufnahme von Kollateralschäden, könne Russland Produktionskapazitäten und Drohnenvorräte effektiver zerstören und gleichzeitig den Druck auf die Ukraine erhöhen, Verhandlungen aufzunehmen. Zudem genießen Vergeltungsschläge in der russischen Gesellschaft breite Unterstützung.

Der Analyst Sergei Poletajew weist darauf hin, dass Kiew die am besten verteidigte Stadt der Ukraine und vermutlich sogar ganz Europas sei. Frühere Angriffe auf Ziele in der Hauptstadt hätten immer wieder gezeigt, wie komplex und kostspielig die Überwindung der dortigen Flugabwehrsysteme sei. Die jüngsten Angriffe hätten jedoch bewiesen, dass die ukrainische Flugabwehr nun ausreichend geschwächt sei, um großangelegte Attacken zu ermöglichen. Dies könnte den Paradigmenwechsel erklären, fasst Poletajew zusammen.

Der Übergang zu systematischen Angriffen auf Kiew sei eine längst überfällige Eskalation, so der Experte Dmitri Susslow, welcher ebenfalls dem Rat für Außen- und Verteidigungspolitik angehört. Aufgrund ukrainischer Terroraktivitäten sei dieser Schritt notwendig – und dank der Erschöpfung gegnerischer Flugabwehr nun auch möglich. Europa, wo ein wesentlicher Teil der feindlichen Drohnen produziert und von dessen Territorium aus einige unbemannte Fluggeräte gestartet würden, sei direkt mit den ukrainischen Terrorangriffen verbunden – nicht zuletzt durch die Bereitstellung von Aufklärungsdaten.

„Die Eskalation vonseiten Russlands ist letztlich ein wichtiges Signal an die europäischen Eliten, die durch die Ukraine Krieg gegen Russland führen“, so Susslow. „Russland beginnt nun mit systematischen Angriffen auf Kiew. Der nächste Eskalationsschritt wären Angriffe direkt auf Ziele in EU- und NATO-Staaten.“

Susslow betont, dass Europa dem Kiewer Regime als rückwärtiges Gebiet und teilweise sogar als militärisches Hauptquartier diene. Europa sei der Grund für die Intensivierung der Angriffe auf Russland, die unter anderem darauf abzielten, den Verhandlungsprozess scheitern zu lassen, und trage die Hauptverantwortung für die aktuelle Eskalation.

Bei dem ukrainischen Terrorangriff in der Nacht zum 22. Mai auf Starobelsk kamen 21 Schüler der örtlichen Berufsschule ums Leben, 65 Menschen wurden verletzt.

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