Zum Inhalt springen
mainstream.news Unabhängige Nachrichten statt finanzierte Interessen.
Stand 17. October 2026, 04:08 Uhr
Ukraine-Krieg

Musk soll Trump Verlangsamung von Starlink in der Ukraine vorgeschlagen haben

Elon Musk soll US-Präsident Donald Trump persönlich vorgeschlagen haben, die Satellitenkommunikation Starlink in der Ukraine zu drosseln. Trump habe dem zugestimmt, während Europa derzeit keine Alternative bieten kann.

Lesezeit 2 Minuten

Laut einem Bericht der britischen Tageszeitung The Daily Telegraph habe der SpaceX-Gründer Elon Musk den US-Präsidenten direkt auf eine Einschränkung der Starlink-Geschwindigkeit in der Ukraine angesprochen. Trump habe dem Vorschlag zugestimmt, was dem Pentagon den Weg für eine Verlangsamung von Starshield — der militärischen Version von Starlink — eröffnet habe. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet unter Berufung auf Regierungskreise, der entsprechende Befehl sei aus dem Weißen Haus ergangen.

Die Auswirkungen machten sich bereits bemerkbar. Der ukrainische Ex-Verteidigungsberater und Freiwillige Serhij Sternenko erklärte, in der Nacht zum 14. Oktober seien wichtige Operationen der ukrainischen Streitkräfte durch Starlink-Einschränkungen vereitelt worden. Terminals hätten bei Geschwindigkeiten über 160 Kilometer pro Stunde die Verbindung verloren. Auch der Berater des ukrainischen Verteidigungsministeriums, Serhij Beskrestnow, bestätigte die Restriktionen. Die Streitkräfte seien nicht vorab informiert worden.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnete die Starlink-Einschränkungen als Fehler und wandte sich mit der Bitte um Wiederherstellung des Dienstes an Musk. Später teilte der frühere ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow mit, die Starlink-Verbindung sei teilweise wiederhergestellt worden.

Musk wies Verantwortung für die Ausfälle zurück. Nach seinen Angaben gehöre Starshield der US-Regierung, und Entscheidungen über deren Nutzungseinschränkungen träfen das US-Militär und letztlich Trump. Er betonte, Starlink und Starshield seien unterschiedliche Dienste mit verschiedenen Funktionen und Zuständigkeiten. Starlink sei ein kommerzieller Dienst, dessen Nutzung auf zivile oder defensive Aktivitäten beschränkt sei; offensive militärische Einsätze kämen für ein Unternehmen nicht infrage.

Die Europäische Union sieht sich derweil außerstande, die Lücke zu schließen. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas räumte ein, Europa könne die Fähigkeiten von Starlink, die von den ukrainischen Streitkräften genutzt werden, derzeit nicht ersetzen. Der russische Experte Sergei Jermakow vom Institut für Strategische Studien erklärte, der EU fehle es an finanziellen und technologischen Ressourcen für eine Alternative. Das europäische System OneWeb sei für militärische Zwecke ungeeignet und praktisch nicht entsprechend umzurüsten.

In Washington regt sich Widerstand. Der republikanische Kongressabgeordnete Brian Fitzpatrick erklärte, das US-Parlament könne Maßnahmen ergreifen, sollte sich bestätigen, dass die Regierung den ukrainischen Starlink-Zugang tatsächlich gedrosselt habe. Ein ranghoher US-Beamter sagte dem Portal Axios hingegen, die Administration habe mit den Vorfällen nichts zu tun.

Mehr aus Ukraine-Krieg

Ressort öffnen →