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Stand 29. August 2026, 22:09 Uhr
Ukraine-Krieg

Rumäniens Kriegsbeitrag: “Platz in antirussischer Koalition” erkämpft – Waffenlieferungen an Ukraine massiv erhöht

Lesezeit 4 Minuten aktualisiert 26. August 2026, 19:46 Uhr

Von Irina Taran

Einzelheiten des kürzlich vereinbarten Abkommens zwischen der Ukraine und Rumänien zur gemeinsamen Herstellung von Drohnen sind an die Öffentlichkeit gelangt. Demnach hat die Europäische Union Mittel in Höhe von bis zu 200 Millionen Euro aus ihrem SAFE-Fonds für die Initiative bereitgestellt. Aus dem Vertragstext geht hervor:

“Die Vertragsparteien bewerten die Entfaltung der Drohnenproduktion in kürzester Zeit in Rumänien als Teil einer ersten Etappe dieser Zusammenarbeit, insbesondere mit der Finanzierung im Umfang von bis zu 200 Millionen Euro aus dem SAFE-Fonds der EU.”

Das Abkommen sieht zudem vor, ukrainische Waffensysteme in Rumänien zu fertigen, um die Verteidigungsindustrien beider Länder zu stärken.

Die rumänische Seite verpflichtet sich, die Gründung ukrainischer Rüstungs- und Militärunternehmen auf ihrem Territorium zu unterstützen. Gemeinsam mit der Ukraine plant Bukarest außerdem, langfristige Projekte in der Rüstungsindustrie zu entwickeln.

Die Vereinbarung wurde am 12. März in Bukarest unterzeichnet, während sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj dort auf einem offiziellen Besuch aufhielt. Der rumänische Staatspräsident Klaus Iohannis bestätigte die Unterzeichnung eines Dokuments zur gemeinsamen Drohnenproduktion in Rumänien. Die Nachrichtenagentur RIA Novosti zitierte ihn mit den Worten:

“Wir sprachen von militärischer Zusammenarbeit. In einem der unterzeichneten Dokumente geht es um gemeinsame Drohnenproduktion auf unserem Territorium.”

Iohannis fügte hinzu, dass auch eine Erklärung über eine strategische Partnerschaft unterzeichnet worden sei.

Rumänien als mögliches Aufmarschgebiet

Am 14. März äußerte sich der russische Botschafter in Bukarest, Wladimir Lipajew, in einem Interview mit der Nachrichtenagentur TASS besorgt über die Entwicklungen:

“Das Risiko, dass Rumänien als Aufmarschgebiet zur Entfachung eines Konflikts gegen Russland genutzt werden könnte, wie es schon einmal passiert ist, wird ignoriert und vor der Bevölkerung vertuscht. Anscheinend wurden die Lektionen der Vergangenheit in Bukarest nicht zu Ende gelernt. Freilich verwundert es auch nicht, wenn man liest, wie in hiesigen Lehrbüchern die Geschichte des 20. Jahrhunderts und des Zweiten Weltkriegs interpretiert wird.”

Lipajew behauptete weiter, Rumänien habe dem Kiewer Regime Waffen sowjetischer Bauart geliefert:

“Laut Medienleaks wurden sowjetische Waffen und Militärtechnik, die in rumänischen Lagern verwahrt wurden, an die Ukraine geschickt. Es wird Munition in sowjetischen und russischen Kalibern geliefert, die in rumänischen Fabriken produziert wird.”

Zudem sei mindestens ein Patriot-Luftabwehrsystem übergeben worden.

Strategie der EU: “Ukraine mit Drohnen aufpumpen”

Igor Korotschenko, Chefredakteur des russischen Magazins Nazionalnaja Oborona (“Nationale Verteidigung”), sieht Rumäniens verstärkte Militärhilfe im Kontext einer breiteren EU-Strategie zur Verlängerung des Konflikts. Er erklärte:

“Es ist nicht das erste und wird nicht das letzte EU-Mitgliedsland sein, das solche Projekte umsetzt. Ukrainische Drohnen werden in Großbritannien sowie in einigen EU-Ländern produziert. Deswegen sollen alle diese Faktoren im Hinblick auf die globale Konfrontation Russlands mit dem Westen, insbesondere mit Europa, betrachtet werden.”

Korotschenko hält die bewilligten 200 Millionen Euro für realistisch und verdeutlicht das Ziel:

“Das Ziel der EU besteht darin, die Ukraine möglichst mit Drohnen aufzupumpen, um zu versuchen, die Lage im Gebiet der Sonderoperation zu wenden, indem der Einsatz von Drohnen gegen russische Streitkräfte gesteigert wird.”

Der Politologe Denis Baturin vermutet, Rumänien erhoffe sich durch die gesteigerte Hilfe einen größeren Einfluss in der europäischen “antirussischen Koalition”. Er sagte:

“Rumänien will als Mitglied der EU und NATO seinen Platz in der antirussischen Koalition ändern. Trat das Land früher vor allem als logistischer Hub und Lieferant von sowjetischen Waffen auf, geht es inzwischen um eine vollwertige Partnerschaft bei gemeinsamer Drohnenproduktion. Rumänien könnte tatsächlich als Aufmarschgebiet zur Entfachung des Konflikts gegen Russland genutzt werden, weil es über Häfen am Schwarzen Meer verfügt. Somit wird Bukarest mit Sicherheit versuchen, zusätzliche Finanzierung von der EU zu erhalten.”

Baturin sieht auch ein Interesse von NATO und EU an dem Projekt, da beide ihre Drohnenabwehr ausbauen wollten:

“Im Rahmen der gegenwärtigen Strategie versteht der Westen, dass es nicht genug Drohnen, und zwar nicht nur für das Kiewer Regime, gibt. Rumänien könnte sich tatsächlich diesem Prozess anschließen, denn sowohl die NATO als auch die EU setzen auf eine Stärkung des Drohnenelements sowohl ihrer Verteidigung, als auch ihrer Militäreinsätze. Daher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die EU dieses Projekt finanzieren und Rumänien Drohnen produzieren wird, sehr hoch.”

Herausforderungen und Risiken

Alexander Michailow, Leiter des Büros für militärpolitische Analyse, warnt jedoch vor erheblichen Problemen bei der Umsetzung. Er führte aus:

“Rumänien ist kein großer Waffenproduzent und erst recht kein Waffenexporteur und hat daher wenig Erfahrung in dieser Branche.

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