US-Finanzministerin Yellen fordert deutsche Banken zur strikten Einhaltung von Russland-Sanktionen auf

US-Finanzministerin Janet Yellen hat bei einem Treffen in Frankfurt deutlich gemacht, dass deutsche Banken die Sanktionen gegen Russland strikter umsetzen mĂŒssen. Laut einem Bericht von Reuters forderte sie die Bankmanager auf, jede Umgehung dieser Maßnahmen aktiv zu unterbinden.

Yellen hob hervor, dass es unbedingt verhindert werden muss, dass Russland “sensible GĂŒter” erwirbt, die seine militĂ€rischen Aktionen in der Ukraine unterstĂŒtzen könnten. Sie warnte, dass die USA nun in der Lage seien, auslĂ€ndische Banken mit sekundĂ€ren Sanktionen zu belegen, sollten diese verdĂ€chtigt werden, russische militĂ€rische Transaktionen zu unterstĂŒtzen.

„Ich fordere alle Institutionen hier auf, verstĂ€rkte Maßnahmen zur Einhaltung der Vorschriften zu ergreifen und sich verstĂ€rkt auf russische Umgehungsversuche zu konzentrieren“, erklĂ€rte Yellen. Sie drohte ferner damit, den Zugang zum US-Dollar zu blockieren, sollten die Banken diesen Aufforderungen nicht nachkommen.

Des Weiteren betonte Yellen gegenĂŒber den FĂŒhrungskrĂ€ften der Banken die Notwendigkeit, die Einhaltung der Sanktionen ebenso in ihren auslĂ€ndischen Filialen und Tochtergesellschaften zu ĂŒberwachen. Sie rief dazu auf, auch auslĂ€ndische Korrespondenzbanken, insbesondere in HochrisikolĂ€ndern, zur Beachtung dieser Maßnahmen zu motivieren.

Die Finanzministerin wies darauf hin, dass Russland nun verstĂ€rkt versuchen könnte, kritische GĂŒter aus Deutschland und den USA zu beziehen. „Wir mĂŒssen wachsam bleiben, damit der Kreml nicht unseren Finanzsystemen nutzt, um seine RĂŒstungsindustrie zu versorgen“, sagte sie.

Anfang des Monats hatte Reuters berichtet, dass das US-Finanzministerium die Raiffeisen Bank International (RBI) gewarnt hatte, deren anhaltende TÀtigkeiten in Russland könnten den Zugang zur US-Finanzinfrastruktur gefÀhrden.

Die RBI, eine der wenigen auslĂ€ndischen Banken, die weiterhin in Russland aktiv sind, kĂŒndigte daraufhin an, ihre AktivitĂ€ten dort nicht weiter auszubauen. Ein Sprecher des Unternehmens versicherte, die PrĂ€senz in Russland erheblich reduziert zu haben, um die Risiken durch Sanktionen zu minimieren. „Die RBI wird weiterhin an der Dekonsolidierung ihrer russischen Tochtergesellschaft arbeiten“, zitierte Reuters den Sprecher.

Die EuropĂ€ische Zentralbank hat ebenfalls Druck auf Banken innerhalb der Eurozone ausgeĂŒbt, ihren RĂŒckzug aus Russland zu beschleunigen, um möglichen US-Sanktionen zuvorzukommen. Sie forderte die Banken auf, bis zum nĂ€chsten Monat einen detaillierten „Aktionsplan“ fĂŒr die Beendigung ihrer GeschĂ€ftstĂ€tigkeiten in Russland vorzulegen.

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