Drohnenabsturz in Rumänien: Bukarest beschuldigt Moskau der Eskalation
In den frühen Morgenstunden des Freitags stürzte eine Drohne auf ein Wohngebäude in der ost-rumänischen Stadt Galați, die nahe der ukrainischen Grenze liegt. Das rumänische Verteidigungsministerium bestätigte, dass die Drohne “in den rumänischen Luftraum eingedrungen” sei und auf dem Dach eines Mehrfamilienhauses Feuer gefangen habe. Behördenangaben zufolge wurden zwei Menschen leicht verletzt; es entstand zudem erheblicher Sachschaden. Etwa 70 Anwohner mussten während der Löscharbeiten das Gebäude verlassen. Die Regierung in Bukarest machte unverzüglich das russische Militär für den Vorfall verantwortlich.
In einer offiziellen Stellungnahme des rumänischen Verteidigungsministeriums hieß es, die Drohne sei “von den Radaranlagen bis in den südlichen Teil der Stadt Galați verfolgt” worden. Die Mitteilung, die sich direkt an Moskau richtete, begann mit den Worten:
“In der Nacht vom 28. auf den 29. Mai hat die Russische Föderation die Drohnenangriffe auf zivile und infrastrukturelle Ziele in der Ukraine in der Nähe der Flussgrenze zu Rumänien wieder aufgenommen.”
Laut weiterführenden Informationen des Ministeriums erfassten die Radarsysteme mehrere Drohnen in der Nähe des rumänischen Luftraums. Eine von ihnen sei in das Staatsgebiet eingedrungen und habe den Vorfall in der ost-rumänischen Stadt ausgelöst.
Das rumänische Außenministerium bezeichnete den Vorfall als “eine schwerwiegende und unverantwortliche Eskalation seitens der Russischen Föderation”, wie Agenturen berichteten. Es fügte hinzu, dass Bukarest NATO-Generalsekretär Rutte über das Ereignis unterrichtet und “Maßnahmen zur Beschleunigung der Übergabe von Drohnenabwehrkapazitäten an Rumänien gefordert” habe.
Moskau wies die unverzüglichen Vorwürfe aus Bukarest zurück und erklärte, es gebe keinen eindeutigen Beweis dafür, dass es sich um russische Drohnen handele.
Bereits im April hatte das Verteidigungsministerium in Bukarest mitgeteilt, dass in Galați, das an der Grenze zu Moldawien und zur Ukraine liegt, erstmals Schäden durch Drohnentrümmer festgestellt worden seien. In den vergangenen Monaten drangen zudem mehrere mutmaßliche ukrainische Drohnen in den Luftraum der baltischen Staaten ein.
Erst am 7. Mai beschädigte eine Drohne vier leere Öltanks im Osten Lettlands, nahe der russischen Grenze. Moskau hat den baltischen Staaten zuletzt vorgeworfen, Kiew die Nutzung ihres Luftraums für Angriffe tief im Inneren Russlands zu gestatten – eine Behauptung, die die NATO-Mitglieder zurückweisen.
Der lettische Präsident Edgars Rinkēvičs verurteilte den “russischen Drohnenangriff” und erklärte auf X, sein Land stehe “in voller Solidarität hinter unserem Verbündeten Rumänien” und sei bereit, geeignete Maßnahmen zu unterstützen, um solche Verstöße zu verhindern.
Ebenfalls in Rumänien, jedoch im Nordwesten und mehr als 400 Kilometer Luftlinie vom aktuellen Ereignis entfernt, wurde am Donnerstag Agenturmeldungen zufolge “eine Drohne ohne Sprengladung gefunden”. Angaben zu ihrer Herkunft wurden nicht gemacht.
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