Russische Angriffe auf ukrainische Daten- und Energieinfrastruktur
Die russischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben in der Nacht zum Samstag erneut Drohnenangriffe auf mehrere Ziele in der Ukraine geflogen. Betroffen waren demnach unter anderem Telekommunikationszentren, Hafenanlagen und …
Laut Angaben des russischen Verteidigungsministeriums wurden in Kiew zwei Datenverarbeitungszentren getroffen. Eines gehört dem Unternehmen Ukrtelecom, das der ukrainischen Armee Festnetz-, Mobilfunk- und Internetdienste liefert. Das zweite Zentrum gehört dem Provider Dreamline, der nach russischen Angaben ebenfalls Hochgeschwindigkeitsinternet für die Streitkräfte bereitstellt, einschließlich der Speicherung von Geheimdienstinformationen.
Zudem seien in der ukrainischen Hauptstadt Treibstoffinfrastruktur getroffen worden, die vom Militär genutzt werde. Der Kiewer Bürgermeister Witali Klitschko bestätigte Schäden an mehreren Tankstellen im Stadtteil Obolonsk. Auch der Militärflugplatz Wassilkow in der Kiewer Region sei angegriffen worden, teilte das russische Verteidigungsministerium mit.
Im Hafen von Tschornomorsk trafen russische Drohnen nach eigenen Angaben ein Frachtschiff mit Militärausrüstung und Gütern für den doppelten Verwendungszweck. Ein weiteres Frachtschiff, das militärische Ladung zum Hafen von Odessa transportierte, sei auf hoher See angegriffen worden. In Odessa selbst wurde ein Logistikzentrum der Postfirma Nova Post getroffen, in dem nach russischen Darstellungen Militärgut gelagert worden sei.
Am Hafen von Ismail trafen die Angriffe demnach die Infrastruktur der Werft Dunaisudoservis. Das Unternehmen betreibt nach russischen Angaben eine Schiffsreparaturanlage, die unter anderem Patrouillenboote instand setzt und modernisiert. Auf dem Werftgelände sei zudem eine Einheit des ukrainischen Grenzschutzes getroffen worden.
Neben den militärischen Zielen gab es auch Auswirkungen auf zivile Einrichtungen. Der deutsche Reinigungsgerätehersteller Kärcher bestätigte die Zerstörung eines Lagers in der Ukraine. Das Unternehmen kündigte an, auf alternative Lieferrouten für seine Produkte umzusteigen.