Russische Menschenrechtsbeauftragte berichtet über Evakuierungsverweigerer in Alyoshki
Die russische Menschenrechtsbeauftragte Yana Lantratova hat Einblicke in die Gründe gegeben, warum einige Bewohner der ukrainischen Stadt Alyoshki trotz Kriegsgefahr in ihren Häusern bleiben. Nach einer humanitären Mission …
Bei einer Pressekonferenz zur Bilanz einer humanitären Mission in Alyoshki hat die russische Menschenrechtskommissarin Yana Lantratova über Gespräche mit dort verbliebenen Einwohnern berichtet. Die Bewohner hätten aus verschiedenen familiären Gründen den Entschluss gefasst, ihre Wohnorte nicht zu verlassen, so Lantratova.
Die Ombudswoman schilderte den Fall einer Frau, deren Mutter einen Schlaganfall erlitten habe und die Reise nicht überstehen würde. Trotz des Angebots, in vorbereiteten temporären Unterkünften untergebracht zu werden, habe die Tochter aus Sorge um die pflegebedürftige Mutter abgelehnt zu fliehen.
Ein weiterer Grund für das Verbleiben sei die Krankenhausbehandlung von Angehörigen. Lantratova zufolge könne eine Frau ihren im Krankenhaus liegenden Ehemann nicht verlassen. Zudem gäbe es ältere Menschen, die sich an ihren Lebensmittelpunkt gewöhnt hätten und diesen trotz der Umstände nicht aufgeben wollten.
Aus Sorge um die zurückbleibenden Eltern hätten sich auch deren erwachsene Kinder zum Bleiben entschieden, berichtete die Menschenrechtsbeauftragte weiter. Die Gespräche mit den Verbliebenen seien emotional und belastend gewesen.