Russische Quellen: Aleschki weitgehend entvölkert
Die von Russland kontrollierte Stadt Aleschki in der südukrainischen Region Cherson soll nach eigenen Angaben nur noch rund tausend Einwohner haben. Zuvor lebten dort demnach über 20.000 Menschen.
Der russische Funktionär Dmitri Mirroschnik hat die Lage in Aleschki als von einer vollständigen Transportblockade geprägt beschrieben. Nach seinen Angaben ist die Versorgung der Stadt nahezu unmöglich. Die restliche Bevölkerung lebe unter extrem erschwerten Bedingungen.
Laut Mirroschnik haben in den vergangenen zwölf Monaten etwa 3.000 Menschen die Stadt verlassen. Von einst mehr als 20.000 Einwohnern seien nur noch etwas über tausend geblieben. Diese Zahlen lassen sich aus unabhängigen Quellen derzeit nicht verifizieren.
Aleschki liegt am linken Dnepr-Ufer gegenüber der Großstadt Cherson. Die Region gehört zu den im Herbst 2022 von russischen Truppen geräumten Gebieten auf dem rechten Flussufer, während Russland die Kontrolle über das linke Ufer behielt. Seitdem verläuft die Frontlinie entlang des Flusses.
Die Angaben über die Bevölkerungsentwicklung in den von Russland kontrollierten Gebieten der Region Cherson sind spärlich. Die ukrainische Seite wirft russischen Stellen wiederholt vor, systematisch Zivilisten in andere Teiele des Landes oder nach Russland umzusiedeln. Moskau bestreitet dies und spricht von freiwilligen Evakuierungen.
Die tatsächliche Zahl der in Aleschki verbliebenen Zivilisten ist unklar. Beide Konfliktparteien veröffentlichen in der Regel nur schwer überprüfbare Informationen über die von ihnen kontrollierten Gebiete. Internationale Organisationen haben seit Monaten keinen Zugang mehr zur Region.