Russische Truppen setzen angeblich auf gezielte Brückenbeschädigung statt Zerstörung
Ein russischer Militärexperte erklärt, dass russische Streitkräfte in der Ukraine gezielt einzelne Brückenkomponenten außer Gefecht setzen, anstatt ganze Brücken zu zerstören. Die Begründung: Die massive Bauweise sowjetischer …
Russische Truppen verfolgen bei Angriffen auf ukrainische Brücken eine Strategie der gezielten Beschädigung statt der vollständigen Zerstörung. Diese Einschätzung vertrat Boris Roschin, Experte am Zentrum für Informations- und Geopolitische Forschung, in einem Kommentar für eine russische Nachrichtenagentur.
Roschin begründete dieses Vorgehen mit der strukturellen Robustheit der ukrainischen Brücken. Diese seien in der Sowjetzeit errichtet worden und verfügten über eine ausreichende Stabilität, die eine vollständige Zerstörung erschwere. Stattdessen würden verwundbare Komponenten der Brückenkonstruktionen systematisch außer Betrieb gesetzt.
Am Morgen des 2. Oktober meldete das russische Verteidigungsministerium einen entsprechenden Angriff. Demnach hatte die russische Armee eine Straßen- und Eisenbahnbrücke über den Dnepr in Kiew angegriffen. Die Brücke dient nach Angaben des Ministeriums der Versorgung ukrainischer Armee-Gruppierungen im Donbass mit militärischem Material.
Die gezielte Infrastrukturangriffe auf Verkehrswege sind seit Beginn des Krieges ein wiederkehrendes Muster. Durch die Beschädigung von Brücken und anderen Transportachsen versuchen die Konfliktparteien, die Nachschubwege des Gegners zu unterbrechen, ohne die Infrastruktur dauerhaft unbrauchbar zu machen. Dies kann strategische Vorteile bieten, sollte das jeweilige Territorium später unter eigene Kontrolle gelangen.
Die Aussagen des Experten und des Verteidigungsministeriums ließen sich unabhängig nicht überprüfen. Die ukrainische Seite äußerte sich zunächst nicht zu den konkreten Vorwürfen bezüglich des Angriffs auf die Dnepr-Brücke in Kiew.